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| Live At Wembley, Eagle Vision, 2011 |
| Paul Rodgers |
Vocals, Piano, Acoustic Guitar |
| Mick Ralphs |
Guitar, Backing Vocals |
| Simon Kirke |
Drums |
| with: |
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| Howard Leese |
Guitar, Mandolin, Backing Vocals |
| Lynn Sorensen |
Bass, Backing Vocals |
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Länge: ca. 110 Min |
Medium: DVD |
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| 1. Can't Get Enough | 10. Feel Like Makin' Love |
| 2. Honey Child | 11. Shooting Star |
| 3. Run With The Pack | 12. Rock And Roll Fantasy |
| 4. Burnin' Sky | 13. Movin' On |
| 5. Young Blood | 14. Ready For Love |
| 6. Seagul | 15. Bad Company |
| 7. Gone Gone Gone | 16. Deal With The Preacher |
| 8. Electric Land | Bonus Feature: |
| 9. Simple Man | Band Interviews |
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Irgendwann im Jahr 1979 oder 1980, es war die Tour zur famosen LP "Desolation Angels", haben BAD COMPANY mit einem grottenschlechten Konzert im Münchner Circus Krone die Träume eines jungen Kerls vom echten, testosterongesteuerten Macho-Rock in Grund und Boden gestampft. Eine völlig fertige und hemmungslos arrogante Viererbande lieferte uninspirierten, miserabel gespielten und noch schlechter abgemischten Allerwelts-Rock an der Grenze zum verabscheuungswürdigen Radio-Mainstream (der später von der gleichen Band bis an die Grenze des Erträglichen zelebriert wurde) und verschwand nach ungebührlich kurzer Zeit grußlos wieder im Tourbus. Dem frustrierten Jüngling blieben fortan nur fünf Langspielplatten, alle zwischen 1974 und '79 und durch die Bank für die Ewigkeit entstanden, um immer mal wieder breitbeinig seiner Rock'n'Roll Fantasy nachzuhängen, die Band BAD COMPANY interessierte ihn mit ihren - immer schlechteren - noch kommenden Veröffentlichungen, Umbesetzungen, Auflösungen und Wiedervereinigungen nicht mehr - mit mieser Leistung vergrault man eben Fans.
Paul Rodgers, das einstige Phallussymbol des Rock & Roll, wurde immer mehr zum Allessinger und nahm schließlich gerne noch ein paar Millionen bei der überflüssigen QUEEN-Reunion mit, Boz Burrell starb mit 60 in seinem Altersruhesitz in Spanien, Simon Kirke war immer zur Stelle, wenn einer ihn rief, und Mick Ralphs wurde - einfach nur alt. Als schließlich im vorletzten Jahr die große Reunion verkündet wurde, war klar, dass es sich um eine Kommerzveranstaltung handeln würde, die von den alten Fans - so sie die vielen Enttäuschungen vergessen hatten - gerne und mit großem finanziellem Aufwand goutiert würde. Genau so passierte es auch, BAD CO. kam, sah und kassierte. Es gab das U.S.-Konzert "Hard Rock Live", und den nun auf DVD vorliegenden Gig vermarktete man bereits mit dem Direktmitschnitt "Live In The UK". "Live At Wembley" ist nun die bearbeitete Ausgabe des Konzerts vom 11. April 2010 in der Filmversion. Schaun mer mal.
Klar ist, die 16 gespielten Songs sind Monolithen und von nichts und niemandem zerstörbar - auch von der geriatrischten BAD CO.-Ausfertigung nicht. Geriatrisch? Unsinn, der Sänger sieht doch aus wie DJ Bobo, kann also gar nicht so alt sein. Rodgers steht optisch und bewegungstechnisch im krassen Gegensatz zu Mick Ralphs, der sich einen Gutteil Arbeit ohnehin vom ebenfalls nicht gerade dem Jungbrunnen - sondern HEART - entsprungenen Howard Leese abnehmen lässt. Kaum vorstellbar, dass dieser Mick Ralphs früher mal die gesamte Gitarrenabteilung bestritten hat, heute greift er bei seinen wenigen Soli gerne mal richtig daneben. Bei den zwei, drei netten Double-Leads freuen sich Ralphs und Leese über ihre unfallfreien Fingerübungen dann auch gleich so sehr, dass sie sich gegenseitig abklatschen. Und Paul Rodgers? Der gibt den niemals alternden Dorian Grey des Rock & Roll, wirft den Mikroständer ganz weit hoch und kaschiert geschickt, dass nicht mehr alle Höhen so lupenrein funktionieren wie vor Jahrzehnten. Da kommen dann Nummern wie Burnin' Sky schon insgesamt recht eindrucksvoll, aber größere Brandgefahr entsteht nicht. Kann nicht entstehen, denn Can't Get Enough ist im Zusammenhang mit BAD CO. einfach nicht mehr wahr; die Herren haben längst genug.
Damals, vor 35 Jahren, hatten BAD CO. neben Bob Seger die besten Balladen der Szene, heute klingt das unterm Strich nach Pflichterfüllung und leicht seelenlos, so dass sich irgendwann während der ziemlich genau 90 Minuten Konzert eine gewisse Langeweile einschleicht. Da hilft der ganze edle Rahmen und die aufwändige Bühnentechnik nicht, bis auf einige Ausnahmen wie Shooting Star (bei dem man trotz der peinsamen Videoeinspielungen und dem dummen Singalong-Spielchen vor Rührung heulen muss) und dem wirklich guten Ersatz-Bassisten Lynn Sorensen sowie dem Präzisionsschlagzeuger Simon Kirke wirken zu viele Teile der Show aufgesetzt und für ein reines Oldie-Publikum gemacht. Die Schärfe fehlt, die Gnadenlosigkeit, die einstmals dem brachialen Riff von Feel Like Makin' Love innewohnte. Heute steht da ein Performer mit großen Gesten auf der Bühne und lässt ein vor Glück besinnungsloses Publikum Refrains mitsingen, während dahinter ein höhepunktloses Einerlei stattfindet. Es sieht auch nicht gefährlich aus, wenn Ralphs und Leese bei Rock And Roll Fantasy an den Bühnenrand tappen und ein gemächliches zweistimmiges Solo spielen, es ist einfach behäbig gespielter Altherrenrock, dem man das Movin' On nicht glauben will.
Nichtsdestotrotz ist "Live At Wembley" eine Sammlung ganz großer Songs, die vielen alten Fans sicher gefallen wird und eventuellen Neueinsteigern einen Eindruck verschafft, wie herrlich Hard Rock einmal sein konnte. Mir persönlich wäre ein geiles Konzert damals 1979/80 lieber gewesen als die heutige Zahnersatz-Krankenkassenversion.
PS: Ganz schlecht ist das von einem aufgeregten Huhn geführte oberflächliche Interview mit Rodgers, dem sympathischen Kirke und Ralphs. Das gleiche Huhn gackert mit Fans und legt Leese und Sorensen sinnlose Antworten in den Mund.
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