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| Sucker Stories, Knock Out Records, 2006 |
| Sucker |
Voice & Guitars |
| Andy Laaf |
Drums |
| Mr. Nobody |
Bass & Keys |
| Gäste: |
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| Olaf Red Tick |
Sax |
| Maddin |
Background Vocals |
| Stax |
Vocals (Can't Keep Us Silent) |
| Miss Chaos |
Female Vocals (Bigmouth) |
| Billy |
Spoken Words (Fear Of Life) |
| Maddin, Quicker, Marti & Stephan |
Choir |
| Produziert von: Sucker & Peter Oz |
Länge: 54 Min 24 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Ten Years On... | 8. Spirit Of The Streets |
| 2. All U Kids | 9. Modern Spectres |
| 3. Can't Keep Us Silent | 10. Crossfire |
| 4. Pop Pap Crap | 11. Punk Fiction |
| 5. The Price Of Cowardice | 12. Horror Show |
| 6. Fear Of Life | 13. Cure & Curse |
| 7. Superheroes | 14. Bigmouth (Version Duo Fatale) |
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Wenn man unmerklich aber unweigerlich älter wird und sich versehentlich ein paar Ideen/Ideale/Einstellungen bewahrt hat, wird man unmerklich aber unweigerlich immer mehr zum Gesinnungspunk. Soll heißen, dass man sich nicht dumm eine Sicherheitsnadel durch die Backe stechen oder gar peinsame Klamotten aus dem Vivienne-Westwood-Sixthhand-Shop anziehen muss, sondern dass man immer mehr Leuten den leibhaftigen und nicht nur virtuellen Zeigefinger zeigt, ihnen die Verachtung in rhetorisch gepflegten Worten entgegenschleudern kann, dass man sich schlicht und einfach um shitty Spießerkram nicht mehr kümmert. Natürlich hat eine solche Lebens- und Alterseinstellung auch etwas mit Verzweiflung zu tun, schließlich ist man über Jahrzehnte mit seiner Wut immer nur auf die Nase gefallen und der Unternehmensberater von nebenan rauscht mit dem Porsche an deinem Fahrrad vorbei, aber es tut verdammt gut, wenn man sich eingestehen kann, dass man unverbiegbar war und trotzdem immer noch lebt.
Sucker, der Kopf hinter dem BAD CO. PROJECT, scheint so einer zu sein (die alberne Sturmhaube auf dem Cover haken wir mal unter "Kunst kann auch Spaß sein" ab). Jedenfalls geht der nicht mehr ganz jugendliche Typ offenbar einen Weg, der nicht dem des im Kommerz sozialisierten Wohlstandsmuckers entspricht: Laut und dennoch akzentuiert, unangepasst und trotzdem anhörbar, Punk und gleichzeitig Rocker, in Würde älter geworden und weit weg von den trendigen Hibbel-Punk-Teens heutiger Tage. Dafür verdient der Berliner 100 Respektpunkte.
Ob man Suckers langjährige und inzwischen dahingeschiedene Band OXYMORON kennen muss, und ob man die Namen seiner auf "Sucker Stories" vertretenen Gäste und Kumpels im Schlaf aufsagen müssen sollte, na ja, sind halt alles Leute mit einem Punk-Hintergrund und haben über die Jahre ihre Instrumente in den Griff bekommen. Solches Volk braucht kein Name dropping. Essentieller ist, dass "Sucker Stories" richtig gut klingt, richtig gute Songs auf Lager hat und richtig Spaß verbreiten kann. Da nölt kein frustrierter Verlierer, da trinkt einer Bier und kann frei von Gelalle den Kids trotzdem den Kopf geraderücken ("Where's your thoughts of revolution, what's wrong with you ... come on kids get up!").
Die CD verbreitet den Schwung mancher alter Oi-Band, lässt zwischendurch die Gitarre in angenehmer Steve Jones Manier rocken und rollen, hat genügend Platz für coole Südkurvengesänge und huldigt dem lässigsten Typen aller Punk-Zeiten, Johnny Thunders. Und die Zeile "Pop Pap is crap" ist genial.
Frisch, echt, gut. Kann man eine Punk-CD, zumal aus Deutschland, mehr loben? Nur Superhelden von EXTRABREIT (hier Superheroes) hätte nicht wirklich sein müssen. Oder doch?
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