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| Utopia, AFM Records, 2009 |
| Bernhard Weiss |
Vocals |
| Harry Oellers |
Keyboards |
| Marco Wriedt |
Guitars |
| Rob Schomaker |
Bass |
| Alex Landenburg |
Drums |
| Produziert von: Bernhard Weiss & Harry Oellers |
Länge: 49 Min 27 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Journey To Utopia | 7. The Monsters Crawl |
| 2. Utopia | 8. Eyes Of A Child |
| 3. Last Man On Earth | 9. Heavy Rain |
| 4. Fass mich an | 10. For You I Will Die |
| 5. Sarah Wanna Die | 11. Underworld |
| 6. My Fathers' Eyes | |
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Selbst wenn mir das hier jetzt peinlich sein sollte, ist es das nicht, aber ich habe nach der ersten Scheibe von AXXIS aufgehört, die Jungs zu hören. Dabei sind wir als Kinder des Ruhrgebiets eigentlich Seelenverwandte. Aber nicht jeder kann Dortmund schön finden und nicht jeder kann was mit Gelsenkirchen anfangen. So einfach is dat! Und das einem nicht jede Musik gefällt, ist genauso ein Fakt. Ich habe von Anfang an nichts mit der markanten Stimme von Bernhard Weiss anfangen können. Irgendwie war mir die zu knödelig - ich hoffe er mag mir das verzeihen, sollte er jemals diese Zeilen lesen.
Wie auch immer, nun bin ich mit dem neusten Output in der 20jährigen Bandgeschichte beauftragt worden und war sehr gespannt, wie sich die Jungs aussem Pott gemacht haben. Sicherlich ist mir in der Zwischenzeit nicht entgangen, dass sie in dieser Zeit einiges veröffentlicht haben, es hat mich halt nur nicht angesprochen. Dadurch mag ich viele, wahrscheinlich auch interessante, Veränderungen nicht mitbekommen haben - shit happens. Wenn ich das Bandarchiv im Home of Rock richtig deute, haben AXXIS hier außer Liveberichten auch noch keine großartigen Fußstapfen hinterlassen. Schande aber auch.
Nun also liegt Dreher # 12 (wenn ich mich nicht irre) im Player und beginnt mit einem grummelnden Intro, der Herzschlag macht die Sache spannend und dann geht's ab nach Utopia. Schon hier wird klar, wohin die Reise innerhalb der nächsten 50 Minuten gehen darf. Härter sind die Herren auf alle Fälle geworden. Wunderbar melodische Stampfer rollen sich aus den Boxen und schütten ihr Rifffüllhorn über dem Hörer aus. Die markante Stimme von Bernhard Weiss ist geblieben, nervt mich aber nicht mehr (ich hoffe es freut ihn, sollte er jemals diese Zeilen lesen). Ab und an mache ich eine Frauenstimme aus, die zwar nicht kraftvoll aber gut platziert auf sich aufmerksam macht. Wer auch immer das sein mag, in der Vergangenheit haben AXXIS des Öfteren eine Dame mitsingen lassen.
For You I Will Die - ziemlich zum Ende - fängt interessant an und entwickelt sich zu einem Song, der so auch von HELLOWEEN hätte stammen können. Da scheint die Tour mit den Kürbisköpfen im letzten Jahr ihre Spuren hinterlassen zu haben.
The Monsters Crawl - und zwar direkt unter die Hirnrinde und von dort weiter in die Nackenmuskeln. Schönster Powermetal, klassisch und mit der Rhythmusfraktion kräftig umgesetzt.
Alles in allem ein Album, das von vorne bis hinten Spaß macht, wenn da nicht… ja, wenn da nicht dieser in meinen Augen textlich völlig missratene deutsche Text "Fass mich an" wäre. In einem Interview mit den Kollegen vom "Rock It!" hat der Mastermind zugegeben, dass dieser Song für sie als Band wichtig war, auch wenn sie sich darüber im Klaren sind, dass er polarisieren wird. Deutsche Texte machen andere besser. Den hier hätte man wegen mir getrost weglassen und stattdessen den 20 Years Anniversary Song regulär mit aufs Album nehmen können. Der soll nämlich mit einem Haufen Gastsänger aufwarten, die in der Dekade des Bestehens die Band begleitet haben. Aber dafür muss man sich die Erstauflage der CD beim Dealer abfummeln.
Das ist nur ein kleines Manko, zum einen kann man skippen und zum anderen sich die Erstauflage zulegen. Schön, dass was gewagt wird, das zeigt, dass die Dortmunder sich nicht auf den vorhandenen Lorbeeren ausruhen wollen. Dafür Hut ab. Ich bin beeindruckt, dass aus deutschen Landen so ein Stampfer kommen kann. Bei all den durchschnittlichen Alben, die derzeit auf den Markt geworfen werden, kann "Utopia" auf alle Fälle punkten und beweisen, dass aus Dortmund nach wie vor hartes Metall kommt, auch wenn man den Hochofen "Phönix" komplett nach China verlegt hat.
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