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| A First Taste Of, Halycon Music, 2001 |
| Gary Jeffries |
Lead Vocals, Guitar, Acoustic Guitar, Harmonica |
| Johnny Andrews |
Lap Steel Guitar, Dobro |
| T.C. Markle |
Drums, Percussion, Washboard |
| Doug Richardson |
Bass, Background Vocals |
| Gast: |
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| Danny Beirne |
Piano, Organ |
| Produziert von: Mike Lesniak & Alligator Stew |
Länge: 49 Min 25 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Lousiana Man (4:04) | 8. Rose Thorn Bed (3:16) |
| 2. Shiner (5:47) | 9. Voodoo Spell (2:37) |
| 3. Doesn't Really Matter (3:05) | 10. California Cowboy (4:09) |
| 4. Blood Money (3:33) | 11. You Gotta Live (3:25) |
| 5. Four Winds (4:04) | 12. Mad Dog Saloon (3:12) |
| 6. One Time Too Long (4:30) | 13. Blood Money (Acoustic Version) (3:30) |
| 7. Two Wheels (4:03) | |
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Alligator Stew drehen sich seit etwa zwei Monaten in meinem CD-Spieler, zusammen mit anderen CDs, die dem
Southern Rock zuzurechnen sind. Das Erscheinen auf dem deutschen Halycon Label nehme ich gerne zum Anlass, auf
dieses erstklassige Album hinzuweisen.
Vor allem, da auf dieser CD eines nicht zu finden ist, was bei vielen anderen SR-Bands sofort ins Ohr sticht,
nämlich die zwei- (und noch mehr)stimmigen Gitarrensoli. Somit scheint die Musik nicht so spektakulär,
wie bei den Mitstreitern des Southern Rock.
Ich möchte es positiv ausdrücken: "Nicht so gitarrenlastig, die anderen Instrumente kommen besser zur
Geltung".
Dazu zählen das Akustik-Piano, die Mundharmonika, die Steel und die begleitende Akustikgitarre.
Überhaupt klingt die Gitarre etwas anders, fast immer klar und sauber und warm im Klang. Ein verzerrtes Solo
gibt es nur bei Four Winds, hingegen kommen die Lap-Steel und auch die Bottleneck-Dobro zur Geltung.
Alligator Stew ist in erster Linie Gary Jeffries, der fast alle Titel mit- bzw. komponiert und getextet hat, die Gitarren
spielt und mit seiner Stimme den Liedern seinen Stempel aufdrückt. Seine Stimme gefällt mir ausgesprochen
gut, rauh, wann nötig, mit großer Ausdruckskraft und Emotion. Das Songmaterial ist durchgehend
tadellos und die Arrangements klar und sauber.
Die Songs muss man in ihrer Gesamtheit hören, nicht der Virtuosität der Musiker wegen, ohne die
allerdings so gute Musik nicht machbar ist. Und, wie gesagt, die Ausdruckskraft von Garys Stimme. Er singt
großteils seine eigenen Texte, interpretiert sie, erzählt eine Geschichte, ob immer real erlebt, weiß er
selbst am besten. (Wäre einer meiner Fragen bei einem Interview).
Er stammt aus Louisiana und lebt seit einiger Zeit in LA. Eine Reminiszenz an den Ort seiner Jugend ist sicher das
Grillen-Gezirpe zu Beginn und am Ende des Openers Louisiana Man. Witzig.
Diese CD gefällt mir u.a. darum so gut, weil die Akustikgitarre Balsam für meine Ohren ist. Sie spielt einige
Intros, z.B. bei California Cowboys, Voodoo Spell, Mad Dog Saloon, Blood Money. Nicht innovativ oder
spektakulär, sondern schön und gut. Es bleibt dann auch nicht beim "sanften Einstieg", sondern, wie bei Voodoo Spell und California Cowbows, es entwickelt sich ein mittelschnelles Stück mit guter Dramatik.
Sicher höre ich immer wieder Ähnlichkeiten, ob mit (den sanfteren) Outlaws, oder auch mal Lynyrd
Skynyrd oder Allman Brothers Band, oder bei Four Winds den Geist der CCR Tom Fogertys.
Es ist Melodie angesagt. Gary Jeffries ist da klar im Vorteil. Bei Shiner und You gotta live z.B. kann er zeigen, wie bluesig er singen kann. Perfekt. Sein Mundharmonikaspiel passt, nur wie macht er das live? Singen und
Mundharmonika gleichzeitig scheint mir etwas schwierig.
Das Piano darf ich nicht vergessen. Danny Beirne ist Gastmusiker, wovon aber wirklich nichts zu hören ist. Er
spielt, als wären die Songs von ihm, klimpert nach Herzenslust, auch mal ein richtig schräges Solo, so bei
Shiner und nicht ganz so schräg bei Doesn't really matter, gefolgt von der Harmonika. Letzteres Lied ist das
schnellste des Albums, ein richtiger Rock'n'Roll, Two Wheels ist dann der nächste Fetzer. Allerdings ist er bei www.alligatorstew.com auf der Band-Bio-Seite nicht erwähnt, dafür wird mit Eric Larson, Pedal Steel Guitar, ein zweiter Steel-Gitarrist vorgestellt. Leider geht der Link auf seinem Namen ins Leere. In den Konzert-Reviews
auf der Startseite wird über die beiden Pedal-Steels geschrieben. Dem entnehme ich, dass Alligator Stew aktuell
on stage etwas anders spielt. Das Piano spielt bei den Songs der CD eine nicht unbeträchtlichtliche Rolle, ist im
Gesamtklang perfekt integriert.
So wird wohl die Nachfolge-CD etwas anders klingen, und darauf können wir uns schon richtig freuen. (Siehe den übernächsten Absatz)
Wer sich wundert, das der Titel Blood Money zweimal da ist, dem empfehle ich, sich die beiden Versionen einmal
gut anzuhören. Gut, Alligator Stew hätte auch einen langen Song mit zwei Teilen aufnehmen können,
aber so ist die Unplugged-Version der Abschluss einer sehr gut gelungenen CD. Ich muss mich jedes Mal daran hindern
aufzustehen, und meine alte Hoyer aus dem Koffer zu nehmen und mitzuklimpern. Was für eine Geschichte!
Blutgeld für den Bruder, da läuft's mir ja eiskalt den Rücken herunter. (Ich hoffe, ich verstehe den Text
richtig :-).)
Es bleibt noch anzumerken, dass Halycon es geschafft hat, Alligator Stew zwei Songs mehr für die deutsche
Ausgabe abzuluchsen. Fünfunddreissig Minuten wären wirklich etwas wenig gewesen. Und so kommen wir
in den Genuss von Four Winds und You gotta live, die gegenüber den anderen Songs der amerikanischen
Originalpressung nicht abfallen.
Und sie sind ohne Piano! Stehen damit wohl für die aktuelle Formation mit drei Gitarren (haha :-), wie es in
den auf der Homepage zitierten Konzertkritiken zu lesen ist. Ja, so kann es weitergehen! Einesteils nähert
sich Alligator Stew damit den großen Namen an, zumindest was die Besetzung angeht, andernteils gibt es da einen
Gary Jeffries, der mit seinem Gesang (fett und unterstrichen) ein Marken- und Gütezeichen
darstellt, das man erst einmal haben muss.
Für mich steht Alligator Stew ganz vorne bei den aktuellen Southern Bands. Gerade weil sie sich von den
anderen abheben und mit ihrem Stil eigene Wege gehen. Diese CD steht wirklich für sich alleine und ist für
alle, die auch einmal auf die "Gitarrenbretter" verzichten können und mit etwas leiseren Tönen genauso
zufrieden sind, ein MUSS.
Zur Belohnung für's Lesen verrate ich jetzt, dass es auf www.alligatorstew.com jede Menge Songs zum
Anhören gibt. Jede/r kann sich selbst davon überzeugen, dass meine Worte den Tatsachen entsprechen.
Viel Spaß.
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