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Auf ein Bier mit...:
Harald S.Es ist nie zu LATE |
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Harald S. kehrt auf den Bildschirm zurück. Im Gespräch mit unserem Redakteur Klaus-Dieter Schmösecke erläutert er die Gründe und alle sonstigen Fragen die die Welt bewegen... Home of Rock: Wie geht es Ihnen Herr Schmidt? Harald S.: Gut. Ausgesprochen gut sogar. Während meiner gewollten Zwangspause vom Bildschirm hatte ich endlich einmal Zeit den Thomas Cook näher kennenzulernen. Ein netter, weitgereister Mensch. HoR: Gewollte Zwangspause? Wie ist das zu verstehen? H.S.: Nun, es war ganz allein meine Entscheidung. Ich mag nun einmal keinen Schweizer Käse. Der liegt mir im Magen. Und da ich aus biologischen Gründen kein Babyjahr nehmen konnte, erfand ich den Begriff KREATIVE PAUSE. Die beiden Wörter werden wahrscheinlich demnächst zu den Unworten des Jahres gewählt. HoR: Ihre kurzgeschorene Börsenspekulanten-Frisur ist einer halblangen Mähne gewichen... H.S.: Mein Werbevertrag mit LÒREAL und Udo Walz ist ausgelaufen. Und außerdem sind meine T-Online Aktien sowieso im Konjunkturtief. HoR: Wo wird Ihre neue Show bei der ARD stattfinden? H.S.: Grundsätzlich vor der Kamera. HoR: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Wiederwahl George Bush's und Ihrem Comeback auf dem Bildschirm? H.S.: Sagen wir, auch ich mußte genügend Wahlmänner, sprich Intendanten, bei der ARD auf meine Seite ziehen. Was für George Ohio, war für mich Bayern. HoR: Was wird anders bei "Late Schmidt"? H.S.: Vor allem eins: Ich muß an meiner Blasenschwäche arbeiten. Rettende Werbepausen wird es nicht geben. Und meinen geliebten Nescafe muß ich halt vor laufender Kamera trinken. HoR: Und Herr Andrack trinkt dazu sein Schöfferhofer? H.S.: Nein. Der Manuel ist auf Alco-Pops umgestiegen. HoR: Gibt es personelle Veränderungen in Ihrem Team? H.S.: Sie meinen, wer mit wem und wann wozu? HoR: Nein, in der Sendung? H.S.: Dazu möchte ich noch nichts Näheres sagen. Die Bild Zeitung hat schon lange keine Geheimnisse vorab veröffentlicht. Wir wollen ihnen den Spaß nicht verderben. HoR: Wird es eine Sensation? H.S.: Da bin ich mir sicher. Weihnachten wird dagegen an die zweite Stelle rücken. HoR: Man darf gespannt sein. Für Suzanna vielleicht Anke Engelke als Pappschild-Soufleuse? H.S.: Keine Pappschildchen. Sowas gibt es nur bei den Privaten. Bei den Öffentlich Rechtlichen geht alles ein bisschen PROMPTER zu. HoR: Sie sind ein sehr musikalischer Mensch und können sogar Geige spielen. H.S.: Naja. Für ein paar Halbtöne reicht es. Allerdings spiele ich lieber Klavier. Mit Arschgeigen habe ich es denn lieben langen Tag zu tun. HoR: Sie wollen zukünftig keine Gäste mehr einladen? H.S.: Wie ich schon sagte. Es wird keine Werbeunterbrechungen geben. Gesellschaftlich bzw. kulturell wertvolle Gäste würden den Rahmen einer 30-minütigen Sendung sprengen. Und mit Primetime-Prolos und diversen Dschungelkriegern möchte ich keine Minute meiner kostbaren und so teuren Sendezeit verschwenden. HoR: Also werden wir niemals Dirty Harry im Dschungelcamp bei RTL sehen? H.S.: Ich glaube nicht. Wurde die Sendung nicht eingestellt, weil die Teilnehmer dort wie die Maden im Speck gelebt haben? Und wer will schon tagelang im Gewächshaus hausen, irgendwo in einem RTL Aussenstudio in Wanne-Eickel. HoR: Sie sind also kein Freund des neuen Erlebnis-TVs? H.S.: Ich glaube, wir werden solche Dschungelformate in einigen Jahren wieder herbeisehnen. Die Privaten schaffen es doch immer wieder das unterirdische Niveau ihrer Eigenproduktionen zu toppen. HoR: Doch gerade diese Sender verwöhnen uns mit diversen IQ-Shows. H.S.: Das macht Sinn. Für die Stammklientel der Privaten ist das Bildungs-TV. Wo sonst sollten sie erfahren, dass Mathematik nicht nur 1 x 1 ist oder Goethe kein BIG BROTHER Untermieter zu sein scheint. Und wenn sie dann noch feststellen, dass Atze Schröder niemals Bundeskanzler war... HoR: Sie gelten als großer Bach Verehrer. Wie ist Ihr Verhältnis zur Rockmusik? H.S.: Problemlos. Ich liebe Rockmusik, auch wenn Frauen dort manchmal die Hosen
anhaben. Hellmut Zerlett nennt mich anerkennend den Headbanger aus Nürtingen. HoR: Ihr Lieblingssong? H.S.: Affenroulette von den EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN. Der Song beschreibt sehr realistisch den Zustand in der PRO7/SAT1 Chefetage. HoR: Sitzt vor mir ein ehemaliger Bravo Leser? H.S.: Aber Hallo. Ohne meine regelmäßigen Dr. Sommer Sitzungen wäre ich frühzeitig dem Samenstau erlegen. HoR: Wie alt waren Sie damals? H.S.: Im zarten Alter von 11 begann die wöchentliche BRAVO Lektüre. Mit 14 bin ich dann auf PRALINE umgestiegen. Die hatten zwar leider keinen Starschnitt, dafür aber Spindfotos. Und heute bin ich zum FAZ und ZEIT Banausen degeneriert. Schwarzweisse Tristesse anstatt hübscher bunter Bildchen. HoR: 56 Prozent der "TV Today" Leser wollen Sie nach einer Umfrage nicht mehr auf dem Bildschirm sehen. H.S.: Ein tolles Ergebnis für mich, wenn ich die Kanzler-Umfragen dagegen sehe. Wertet man die 56 Prozent zudem realistisch aus, denken 20% der Befragten dabei an Helmut Schmidt. Weitere 20% gehen vor 22 Uhr ins Bett. Und die restlichen 16 Prozent stehen vor dem Big Brother Container und warten auf die nächste Zwangsräumung. HoR: Kritiker meinen, Sie wären zu teuer für die ARD. H.S.: Na, wer sich einen Florian Silbereisen leisten kann, der wird doch noch etwas Geld für unsere Show in der Portokasse haben. Und welche Formate soll die ARD nach den Tagesthemen sonst bringen? HoR: Sicherlich eine schwierige Sendezeit. H.S.: Genau. HoR: Ihr ARD Vertrag verpflichtet sie außerdem zu 3 Samstagabendshows im Jahr. Was kommt da auf uns zu? H.S.: Es sind nicht 3 sondern 5 Shows. Der Start ist im Februar, ich glaube der 2. Samstag. Und Überraschung! Es wird VERGISSMEINNICHT sein. HoR: Sie machen Scherze? H.S.: Dafür werde ich bezahlt. Aber das ist bittere Realität. Wir wollen ja auch die Zuschauergruppe jenseits der 60 erreichen. Außerdem brauche ich dringend ein Sendeformat in das ich mich später als alternder Moderator hinüberretten kann. HoR: Nun aber bitte ernsthaft! H.S.: Keine Panik. Das Konzept ähnelt nur dem Namen nach dem Frankenfeld Klassiker aus den 60er Jahren. Kandidaten sind 4 Ex-Prominente aus Entertainment und Politik. Als Preis winkt ein mögliches Comeback. Wie und wo will ich noch nicht verraten. Man sollte die Dinge auch nicht zu ernsthaft betrachten. HoR: Gibt es schon Kandidaten? H.S.: In der ersten Sendung im Februar 2005 sind u.a. Ex-Tankwart und Verkehrsminister Günther Krause und der Investmentspezialist Karsten Speck mit von der Partie. HoR: Wie sehen Sie die Zukunft des Fernsehens? H.S.: Tja. Manchmal frage ich mich wozu die technischen Neuheiten wie HDTV und riesige Plasma Fernseher mit Digitalpower nötig sind. Wahrscheinlich, damit die blassen Moderatoren und die vor Hartz IV geretten Daily Soap Statisten wenigstens etwas an Schärfe gewinnen - natürlich rein bildtechnisch gesehen. HoR: Und was wird dann aus "Late Schmidt"? H.S.: Immer noch in der ARD. Aber nicht mehr abends um 23 Uhr, sondern nachmittags in den Dritten in Form einer Bingo Reality Show. HoR: Zum Schluß. Alle reden von längeren Wochenarbeitszeiten. Und Sie machen genau das Gegenteil. Weg von der 5 Tage zur 2 Tage Woche. Haben Sie kein schlechtes Gewissen? H.S.: Sie kennen das Öffentlich Rechtliche Fernsehen anscheinend nicht. Ungefähr 734 Redakteure werden für "Late Schmidt" zuständig sein. Auf jede Sendeminute in der Woche kommen also rein rechnerisch 12,23 Redakteure. Jeder möchte mitreden und kluge Ideen kreisen lassen. Jeder dieser feinsinnigen Köpfe hat Unmengen von kreativen Outputs. An 5 Tagen in der Woche werden 9 Stunden täglich Dutzende von Team-Besprechungen über mich hereinbrechen. Erst wenn ich auf Sendung bin, habe ich meine Ruhe. 30 Minuten Pause am Tag ist also nicht viel. Und Montag, Dienstag und Freitag fehlen mir sogar diese Pausen. Noch Fragen? HoR: Nein. Vielen Dank für das Gespräch Herr Schmidt. Anmerkung der Redaktion: "Late Schmidt" wird erstmalig mit einem 75-minütigem Special am 23.12.2004 um 21.45 Uhr auf Sendung gehen. Klaus-Dieter Schmoeseke, 14.11.2004
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