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ArtikelWaylon JenningsEin Nachruf |
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Jeden Morgen lese ich während dem Kaffeetrinken die Süddeutsche. Leider war die Lektüre am
Freitag (15.2.2002) nicht so erbaulich, wie ich es mir wünschte. Denn es wurde der Tod von zwei großen
Musikern gemeldet.
Der andere hingegen, Waylon Arnold Jennings, passt sehr wohl. Aus deutscher Sicht war er ein Country-Star und von den nicht-so-gut-Informierten sicherlich Nashville, dem Symbol der Countrymusik, zugerechnet. (Country war bei uns lange eine Nischenmusik, und wenn etwas unter dieser Flagge segelte, war es meistens unerträgliches Schlagergedudel.) Aber er war einer der ersten, die gegen den dort produzierten Kommerz rebellierten, er war der erste Outlaw. Für mich ist er fester Bestandteil der Musik der End-60er und 70er Jahre.
Country war für mich so eine Art geheime Liebe, hatte es aber sehr schwer, war mir nicht rockig genug
(Crosby, Stills, Nash, Young, Eagles und einige andere lagen mir mehr), als dass ich mir die Alben gekauft hätte.
Sie waren auch alle in der Hochpreisklasse und es gab quasi nie Sonderpreise, dazu waren die Verkaufszahlen zu gering
(z.B. gegen 500 Stück "Wish You were here" in einer Woche). Und ich bekam Country jede Woche frei Haus. So
blieb es bei einem einzigen Album in meiner Sammlung, bei dem Waylon Jennings mitwirkte: "White Mansions" einem
Konzeptalbum von 1978. Musikalisch nur Durchschnitt, hatte es aber eine wunderschöne Ausstattung, wie es sie
nur sehr selten gab.
In so manchem meiner Artikel taucht Waylon Jennings auf, und zwar dann, wenn ein Song einen ganz bestimmten Rhythmus und Groove hat, die bei mir mit diesem Musiker fest verdrahtet sind. Etwa so, wie "The Union Mare and the Confederate Grey" von dem erwähnten "White Mansions". Die historische Würdigung überlasse ich gerne berufeneren Schreibern, denn meine Kenntnisse über
die Zeit und die Umstände sind viel zu gering, und nur den Allmusic Guide zitieren, ist mir zu wenig. Das Web bietet
schon heute umfassende Information über Waylon Jennings und seine Musik, und wird sicher binnen weniger Tage
mehr Texte bieten, als irgend jemand wird lesen wollen.
Er kann es zwar nicht mehr hören oder lesen, aber mein "Danke Waylon" kommt von Herzen. Werner Saumweber (Impressum, Artikelliste), 16.02.2002 |
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