The Sweet - Funny How Sweet Co-Co Can Be (1970)
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Sweet - Fanny Adams (1974)
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Sweet - Desolation Boulevard (1974)
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Sweet - Strung Up (1975)
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Sweet - Give Us A Wink! (1976)
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Sweet - Off The Record (1977)
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Sweet - Level Headed (1978)
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Sweet - Cut Above The Rest (1979)
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Sweet - Waters Edge (1980)
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Sweet - Identity Crisis (1982)
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Sweet - Live At The Marquee (1989)
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Andy Scott's Sweet - "A" (1992)
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Brian Connolly's Sweet - Let's Go (1995)
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Andy Scott's Sweet - The Answer (1995)
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Andy Scott's Sweet - Dangerous Game (1997)
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Andy Scott's Sweet - Sweetlife (2002)
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Andy Scott's Sweet - Chronology (Hits re-recorded) (2002)
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Tyrannosaurus Rex - My People Were Fair And Had Sky In Their Hair But Now They're Content To Wear Stars On Their Brows (1968)
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Tyrannosaurus Rex - Prophets, Seers And Sages The Angels Of The Ages (1968)
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Tyrannosaurus Rex - Unicorn (1969)
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Tyrannosaurus Rex - A Beard Of Stars (1970)
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T. Rex - T. Rex (1970)
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T. Rex - Electric Warrior (1971)
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T. Rex - The Slider (1972)
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T. Rex - Tanx (1973)
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Marc Bolan & T. Rex - Zinc Alloy And The Hidden Riders Of Tomorrow (1974)
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T. Rex - Bolan's Zip Gun (1975)
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T. Rex - Futuristic Dragon (1976)
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T. Rex - Dandy In The Underworld (1977)
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Nach dem ersten Teil dieser Glamrock-History (mit Slade, Mud und Suzi Quatro) möchten wir Euch zu Part 2 einladen. Ein wenig Zeit sollte man sich dafür schon nehmen. Parallel kann man ja mal die alten Platten hören oder das Sparschwein plündern, um Lücken in der Sammlung zu schließen. Viel Spaß!
Leser einer bestimmten Altersgruppe werden sich gerne an die Intros zu einigen Songs von THE SWEET erinnern. Besonders zu den Klassikern Blockbuster und Ballroom Blitz fallen einem Erinnerung an Klassenfeten vergangener Tage ein, als man nervös in einer Ecke des Tanzraumes (oder des örtlichen Jugendzentrums/Vorstadtdiskothek) stand und es hieß: "Are you ready Steve, Andy, Mick..." und der Blitz loslegte!
In den frühen Siebzigern waren diese Songs das Signal, sich auf die Tanzfläche zu begeben und die Aufmerksamkeit des angeschmachteten Mädels/Jungen zu erzielen und sich dabei möglichst wenig zum Clown zu machen. Wer die Band aufgrund dieser Anekdote jedoch zur puren Teeniecombo abstempelt, liegt gewaltig daneben. Was irgendwo zu Beginn der Siebziger als eine Art Bubblegum-Rock begann, führte über Pop-Rock, Hardrock und geglückten als auch mißlungenen Stilexkursionen bis hin zu spacig psychedelisch angehauchten Tracks.
Die Band wurde 1968 von Drummer Mick Tucker und Sänger Brian Connolly gegründet. Beide waren zuvor Mitglieder einer Formation namens WAINWRIGHT'S GENTLEMAN und ihre neue Combo wurde schnell vervollständigt durch Steve Priest (Bass) und einen gewissen Frank Torphy (Gitarre). Dieser wurde nach kurzer Zeit durch Mick Stewart ersetzt, dem wiederum bald darauf Andy Scott den Posten an der Sechssaitigen erfolgreich streitig machte.
Während die Band zur "Torphy"-Ära noch unter dem Namen SWEETSHOP auftrat und kleine Clubgigs im ganzen Lande spielte, wurde nach Andy Scotts Eintritt kurzerhand SWEET daraus.
Man nahm zwischen 1968 und 1970 Songs für verschiedene Plattenfirmen auf, darunter vier veröffentlichte Singles auf Fontana und Parlophone, ehe der musikalische Weg in Richtung Teen-Pop eingeschlagen wurde und das Quartett letztendlich 1970 bei der RCA unter Vertrag genommen wurde.
Dieses für THE SWEET enorm wichtige Jahr brachte die Band mit dem Produzenten Phil Wainman und den Songschreibern/Managern Nicky Chinn und Mike Chapman zusammen. Das Resultat war ein Unterkommen bei einem der damaligen Branchenriesen (RCA).
Bis zum Jahresende 1971 konnte man bereits auf einige kleinere Erfolge zurückblicken. Drei ihrer Singles (Funny Funny, Co-Co und Alexander Graham Bell) hatten es unter die Top 40 der Singlecharts geschafft.
Chinn/Chapman hatten es dabei fertig gebracht, THE SWEET nicht in eine bestimmte Schablone zu pressen. Erinnerte Funny Funny noch stark an den Bubblegum-Rock zu Ende der Sechziger, so enthielt Co-Co karibische Elemente und das düstere Alexander... stand in Tradition von Songs wie Dead End Street (THE KINKS).
Die Band konnte auch im Folgejahr punkten, denn drei weitere 45er kletterten in den Hitparaden nach oben. Dem fröhlich gestimmten Poppa Joe (wiederum mit karibischen Einflüssen) folgte das erstmals eher rockige Little Willy und das noch einen Zahn zulegende Wig-Wam Bam.
Während die erste Single im Jahre 1972 noch bei Platz 11 hängenblieb, erreichten die beiden folgenden jeweils einen vierten Rang der Charts.
Wig-Wam Bam wurde das perfekte Beispiel für den allmählichen Wechsel der Band zu einer Art härteren Glamrock. Neben ihrem heftiger werdendem Sound begann sich auch SWEETs Image zu verändern.
Schrieben Chinn/Chapmann für ihre "Schützlinge" eher popige Songs wie Tom Tom Turnaround (1971, ein Klassetrack der mit seinem spartanischen Arrangement und einer tieftraurigen Stimmung aufhorchen läßt), so enthielten die B-Seiten ihrer Singles häufig Eigenkompositionen (Done Me Wrong All Right, New York Connection, Rock & Roll Disgrace), die geradeaus rockenden Hardrock britischer Prägung präsentierten.
Es kam nicht überraschend, als THE SWEET zu Beginn des Jahres 1973 auch mit ihrer nächsten Single eine ganze Ecke härter wurden.
Block Buster schaffte im Januar die Nummer eins und die Band hatte von da an einen Klassiker des Glamrocks im Repertoire. Chinn/Chapman hatten die Entwicklung des Quartetts entscheidend mit begleitet und schrieben ihnen das neue Songmaterial regelrecht auf den Leib.
Das folgende, noch heftigere Hell Raiser hatte einen ähnlichen Aufbau (mittlerweile spielte der Co-Gesang des Bassisten Steve Priest eine wesentliche Rolle in ihrer Musik) wie der vorherige Chartbreaker und avancierte erneut zum Hit.
The Ballroom Blitz schien die beiden Vorgänger noch zu toppen und THE SWEET wurden zu Heroen der Glambewegung. Ihre heftigen und stampfenden Poprock- (oder Rockpop?) Hymnen wurden zu Garanten für Top 10 Plazierungen in vielen weiteren Ländern außerhalb ihrer britischen Heimat.
Die Singles der Band sollten weitere zunehmende Härtegrade erreichen und entsprachen mehr und mehr dem Standard ihrer Konzerte. Gleichzeitig wurden ihre Songs verstärkt aus den Tanzhallen/Diskotheken verbannt, da sich häufig Moralapostel an der sexuellen Komponente ihrer Liveshows stießen. Der Popularität THE SWEETs tat dieser Umstand jedoch keinen Abbruch und man stieß allmählich ins Rocklager vor.
1974 veröffentlichten Connolly, Priest, Scott und Tucker ihr erstes eigenständiges Rockalbum "Sweet Fanny Adams", erstaunlicherweise ihr einziger sich gut verkaufender Longplayer.
An der Singlefront schlugen weitere Songs aus dem Chinnichap-Lager, wie Teenage Rampage, The Sixteens oder Turn It Down, nach wie vor erfolgreiche Schlachten. Zu dieser Phase ihrer Karriere waren THE SWEET einer der wenigen Hardrock-Acts, dessen kleine schwarze Vinylscheiben sich wie warme Semmeln verkauften.
Allmählich begann man sich von den - auch mit anderen Künstlern schwer beschäftigten - Autoren zu lösen und schaffte mit der Eigenkomposition Fox On The Run ebenfalls einen Riesenhit. Eine Nummer 2 im U.K. und hohe Plazierungen in den meisten westlichen Ländern Europas sowie eine überraschende Nummer 5 in den U.S.A. bewiesen, daß die Band nicht länger als bloße Marionette Chinn/Chapmans angesehen werden mußte.
Der Erfolg in Nordamerika konnte jedoch nicht wiederholt werden und der alte Kontinent blieb der hauptsächliche Markt des Vierers. Hier landete man mit einer weiteren Eigenkomposition (Action) erneut einen Treffer und bewies das Hardrock-beeinflußte Singles kein Schattendasein fristen mußten.
Non-Album-Tracks wie Solid Gold Brass, Into The Night, Sweet F.A. oder das später von SAXON gecoverte Set Me Free lieferten zusätzlich heftigen Stoff und versprachen THE SWEET auch die Anerkennung durch das erwachsenere Rockpublikum.
Die Kritiker sprachen der Band allerdings nach wie vor ab, sich zu einem ernstzunehmenden Act gewandelt zu haben. Besonders die britische Musikpresse schien sie nicht aus den Fesseln des Glamrocks lassen zu wollen.
Dem ständigen Druck ausgesetzt zu sein, Hitparaden-taugliche Songs schreiben zu müssen, hatten Connolly & Co. ab Mitte der Siebziger merklich weniger entgegenzusetzen. Die Singles Fever Of Love und The Lies In Your Eyes flachten im Vergleich zu den superben Vorgängern merklich ab. Verkrampfte Kompositionen mit zunehmend unwirklich hohen Backing Vocals erreichten nicht nur ausschließlich niedrigere Chartpositionen, die verwöhnten Fans und Käufer reagierten auch enttäuscht, verwirrt und ablehnend, was zum einsetzenden Abstieg der Band führte.
THE SWEET nahmen weiterhin Alben wie "Give Us A Wink" (1976, RCA), "Off The Record" (1977, RCA) oder "Cut Above The Rest" (1979, Polydor) auf. Die Veröffentlichungen wirkten zunehmend konzeptlos und verfehlten allesamt die angepeilten Verkaufszahlen.
Einen letzten Höhepunkt bildete die Single Love Is Like Oxygene, bei der man ein spaciges/psychedelisches Arrangement verwendete und vielfach positive Kritiken einheimsen konnte. Der kommerzielle Erfolg von einst ließ sich allerdings nicht wiederholen.
Der finanzielle Druck und zunehmende interne Spannungen führten dazu, daß Sänger Brian Connolly die Band 1979 nach ihrer dritten U.S.-Tour verließ. THE SWEET machten noch eine kurze Zeit als Trio mit Steve Priest als Sänger weiter, bevor man sich endgültig ohne großen Aufhebens auflöste.
In den darauf folgenden Jahren bediente sich eine neue Generation von Rockbands vielfach an dem Sound der vier Briten und erntete Erfolge und besonders die Anerkennung welche THE SWEET während ihrer Existenz verwehrt wurde.
Während Andy Scott gemeinsam mit Mick Tucker einige Jahre nach der Auflösung der Band wieder unter dem alten Bandnamen auftrat, ging Brian Connolly eigene Wege. Der ehemalige Sänger starb 1997 und Drummer Mick Tucker schied irgendwann aufgrund gesundheitlicher Probleme aus und starb am 14.02.2002 an Leukämie. So treten THE SWEET bis heute meist als ANDY SCOTT's SWEET in kleineren Clubs/Schützenzelten auf und sind des öfteren gemeinsam u.a. mit SLADE und/oder Suzi Quatro auf diversen Oldie-Festivals in großen Hallen anzutreffen.
Als Marc Bolan in den frühen Morgenstunden des 16. September 1977 bei einem Verkehrsunfall in einem Londoner Vorort tödlich verunglückte, schickte er sich gerade an eine Karriere als Schauspieler einzuschlagen. Entgegen den typischen Rockstar-Geschichten waren in seinem Fall keine Drogen, Alkohol oder Selbstmord im Spiel, als Beifahrer eines Mini-Coopers raste er gegen eine Brücke (die ein Baum war; Red.) in einer Straßenkrümmung. Das Kapitel T. REX (oder MARC BOLAN & T. REX) schien zu diesem Zeitpunkt bereits Geschichte zu sein.
Dreißig Jahre zuvor wurde Bolan in der gleichen Stadt geboren. Als Sohn jüdischer Eltern kam er am 30. Juli 1947 im Stadteil Hackney zur Welt und schlug bereits als Jugendlicher eine Karriere als Künstler ein.
Als Sechzehnjähriger arbeitete eine der späteren Ikonen des Glams in der Garderobe einer Diskothek in Soho, und Ende 1964 konnte er daneben auf eine Rolle in der TV-Serie "Orlando" und Jobs als Fotomodell zurückblicken. Während des Jahres ging Marc für fünf Monate nach Paris und bemühte sich erfolglos um einen ersten Plattenvertrag.
1965 schaffte er es dann tatsächlich bei einer Plattenfirma unterzukommen und veröffentlichte im Jahr darauf beim Decca-Label die Single The Wizard, welche noch weit von späteren Erfolgen entfernt blieb. Kurz darauf stieg Bolan bei der Band JOHN'S CHILDREN ein, die bereits getrost als Vorläufer späterer Glamrock-Acts angesehen werden konnte, und man landete mit Desdemona einen kleineren Hit. Nach nur wenigen Monaten kehrte Marc der Formation bereits wieder den Rücken und gründete mit Steve "Peregrine" Took, den er im Herbst 1967 getroffen hatte, ein Duo mit dem Namen TYRANNOSAURUS REX.
Im April 1968 erschien mit Deborah die erste Single der beiden. Die Scheibe verkaufte sich überraschend gut und in der Folge nahm man ein Album mit dem bizarren Namen "My People Were Fair And Had Sky In Their Hair But Now They're Content To Wear Stars On Their Brows" auf. Das Akustik-Duo spielte ein Art esoterischer Musik und schrieb märchenhafte Texte, die sich von der Welt der Elfen, Zauberer und mystischer Königreiche beeinflußt zeigten.
Ein Versuch der beiden Musiker, die Band als größere Formation mit drei weiteren Mitgliedern zu etablieren, schlug rasch fehl als die Equipmentfirma ihre Ausrüstung aufgrund finanzieller Probleme wieder einkassierte.
Neben den neuen Mitstreitern trennte sich auch Steve Took von Bolan. Für ihn stieg mit dem still und introvertiert wirkenden Mickey Finn ein Musiker ein, der das genaue Gegenteil Bolans zu sein schien. Marc hatte ihn in einem Laden für gesunde Ernährung kennen gelernt.
Eine weitere wichtige Neuerung in Bolans Karriere bildete John Peel, seines Zeichens Rock-DJ bei BBC Radio One. Peel startete eine Promotionkampagne nicht nur für die Platten von T. REX (vom Tyrannosaurus hatte man sich kurz zuvor verabschiedet) sondern auch für eine literarische Veröffentlichung des vielseitig begabten jungen Londoners.
Mit dem Einstieg Finns begann sich der Sound von T. REX zu ändern. Man wechselte von der akustischen zur elektrischen Gitarre und vom eher Folkrock beeinflußtem Stil hin zu einem auf die Pop-Charts schielenden Softrock.
Nachdem man bereits zweimal durch die U.S.A. getourt war, erschien Ende 1970 die Single Ride A White Swan und erreichte prompt einen zweiten Platz in den U.K.-Charts. Mit seiner einfangenden Melodie hatten T. REX den Teenie-Markt geknackt und wurden von nun an zu einer festen Größe im Glamrock.
Marc Bolan (Vocals, Gitarre) engagierte noch den Bassisten Steve Currie und den Schlagzeuger Bill Legend. Mickey Finn ward fortan hauptsächlich an Percussioninstrumenten gesehen. Outfitmäßig wechselte man von einer bis dato eher hippiemäßigen Kleidung hin zu seinerzeit angesagten Glitzeranzügen.
Der bisher eher in Folkrockkreisen angesagte Bolan mutierte zu einem Idol der Teenie-Bopper-Szenerie. Während auf die weiblichen Fans u.a. auch sein als erotisch bezeichnetes Timbre zu wirken schien, hatten männliche Plattenkäufer und Konzertbesucher offensichtlich Gefallen an den zunehmend rockiger werdenden Songs gefunden. Marc gewann die Herzen besonders der jungen Mädchen, wie Jahre zuvor die BEATLES oder nach ihnen die MONKEES.
T. REX waren im Grunde nicht viel anderes als Marc Bolan und Begleitmusiker. Die kompositorische Verantwortung lag nahezu hundertprozentig bei ihm alleine und inwieweit der Einfluß des Produzenten Tony Visconti und dem Rest der Band auf die Arrangements reichte ist umstritten.
Im März 1971 erreichte Hot Love die Nummer Eins der Charts und hielt sich dort für sechs Wochen. Der Schmachtfetzen mit dem endlos erscheinenden Ausklang taucht bis heute auf unzähligen Compilations/Samplern auf und wurde zum festen Bestandteil unzähliger Partys.
Die dritte Single nach dem Durchbruch, Get It On, schaffte im Sommer des gleichen Jahres erneut den ersten Platz und wurde zu ihrem größten Hit in den U.S.-Charts. Dort bekam der Song interessanterweise einen völlig anderen Titel, nämlich Bang A Gong.
Stilistisch hatte man sich leicht gewandelt und spielte von nun an eine Art von "Boogie/Hardrock light", was ihren Songs einen erheblichen Zacken mehr an Härte verlieh. Spätestens Get It On ließ sie in das Glamlager einschwenken, der typische vorantreibende Rhythmus mit den schrillen Backing Vocals wurde für die nächsten Scheiben zu ihrem Markenzeichen.
Get It On wurde in späteren Jahren diverse Male von anderen Künstlern neu aufgenommen, u.a. in den Achtzigern von der Formation POWER STATION, hinter denen sich keine Geringeren als Robert Palmer und Mitglieder der Megaseller DURAN DURAN verbargen. Deren Version brachte es zum Bestandteil zahlreicher Rocksampler.
Jeepster (November 1971, # 2) und Telegram Sam (Januar 1972, # 1), versehen mit den neuen rockigen T. REX-Trademarks, bescherten ihnen auch den einen oder anderen Fan aus dem Hardrocklager, während Metal Guru (Mai 1972, eine weitere Nummer 1) trotz seiner etwas kitschigen Melodie zeigte, daß es Metal in der Musik bzw. seinen Texten schon lange vor der NWOBHM gab. Man hatte am Arrangement gearbeitet und zu den üblichen Instrumenten auch Streicher verwendet, was der Single einen besonderen Reiz verlieh.
Bolan begann in eine heftigere Richtung zu tendieren. Das Album "Tanx" (1974), welches vor einiger Zeit sogar noch einmal auf Vinyl aufgelegt wurde, konfrontierte die Fans bei der ersten Singleauskopplung mit dem hardrockigen Children Of The Revolution. Sowohl Album als auch Single wurden Hits. Children... hatte im September 1972 den zweiten Platz erobert und das nachfolgende, mächtig vorantreibende Solid Gold-Easy Action wiederholte den Erfolg im Dezember.
Marc Bolan begann zunehmend unter dem Druck der Singleveröffentlichungen, dem Tourneestreß und den Massenszenen zu leiden. Äußerungen wie "ich gebe keine Zugabe, ich bin ein Star" ließen auf eine gewisse Verwirrtheit schließen. Gegen Ende des Jahres 1972 kam er zu dem Ergebnis, vorläufig in England keine Konzerte mehr zu geben. Gleichzeitig versuchte Bolan erneut, sein Image zu ändern. Er wollte nicht mehr der Teenager-Star sein als der er zu Berühmtheit gelangt war. Marcs Absicht, neue musikalische Wege zu beschreiten, wurde ihm durch die zunehmende Popularität von amerikanischen Teenie-Idolen wie David Cassidy oder den OSMONDS erleichtert.
Eine dritte Auskopplung aus "Tanx", 20th Century Boy, zu Beginn 1973, hatte in Großbritannien wie im restlichen Europa zu kämpfen und konnte an die vorherigen Erfolge nicht mehr ganz anknüpfen. Der relativ harte Song wurde trotzdem zu einem weiteren Klassiker Bolans, was nicht umsonst die vielen späteren Coverversionen dieses Tracks beweisen.
Das Album enthielt mit Born To Boogie einen weiteren Klopfer, der aus gutem Grund auf vielen nachfolgenden Samplern der Band vertreten war/ist.
Die Zeit der großen Singleerfolge ging vorüber. The Groover (1973) vom Album "Zinc Alloy And The Hidden Riders Of Tomorrow" übt bis auf den heutigen Tag einen unnachahmlichen Reiz, mit seinem etwas leierigen Gesang und den unterschwellig straighten Rhythmen aus, die Plattenkäufer der damaligen Zeit begannen ihr Geld allerdings zunehmend weniger in 45er aus dem Hause T. REX zu investieren.
Eine weitere und erheblich schwächere Auskopplung (Truck-On "Tyke") bestätigte den verkaufsmäßigen Abwärtstrend und versuchten künstlerischen Neubeginn. Eine Nummer 13 (Februar 1974) für das versponnene Teenage Dream vom "Zinc..."-Album konnte schon beinahe als Überraschung verbucht werden.
Die Alben "Bolan' Zip Gun" (1975) und "Futuristic Dragon" (1976) klangen für Fans der früheren Glam-Phase alles andere als leicht verdaulich. Marc's Ideen konnten die meisten Käufer nur schwerlich folgen und so fanden diese Alben kaum noch Anklang. Gegenüber "The Slider" (incl. der Hits Telegram Sam und Metal Guru) von 1972 hatte er sich tatsächlich weiterentwickelt, nur fanden an dem Endresultat die wenigstens seiner früheren Anhänger Interesse.
Bolan's Alben boten nie ausschließlich das erwartete Singlefutter sondern waren stets für Überraschungen gut, jedoch bevorzugte das Gros der Käufer eher heftige Songs wie Jitterbug Love statt schwer verdauliches und für die meisten zu abgedreht wirkendes Material a la Light Of Love oder Laser Love. Statt x-mal "... Love..." wäre ein wenig mehr "... Revolution..." oder "... Action..." vermutlich auf größere Gegenliebe gestoßen.
Innerhalb der Band gab es zunehmend Probleme. Mickey Finn verließ das sinkende Schiff und Marc trennte sich von seinem Manager und vielen Freunden. Er gründete seinen eigene Plattenfirma, seinen eigenen Verlag und leitete die Geschäfte in Personalunion allein.
Die Single I Love To Boogie (vom Album "Dandy In The Underworld", 1977) ließ eine angepeilte Rückkehr zu den erfolgreichen früheren Songs erkennen. Der erhoffte Erfolg hielt sich allerdings in überschaubaren Grenzen, die Musikszene stand vor einem Umbruch. Bolan's Musik war nicht mehr "in", die Punkexplosion warf bereits ihre Schatten voraus.
Beziehungs- und Gewichtsprobleme, ein selbstgewähltes Exil in Kalifornien und eine wenig erfolgreiche Comeback-Tour 1976 ließen ihn erneut seine weitere Zukunft überdenken und er entschloß sich, der Musik einen nicht mehr so großen Platz einzuräumen. Der weiterhin vor Ideen strotzende knapp Dreißigjährige sah seine Zukunft mehr als Schauspieler denn als Rocksänger. Der Wunsch, einmal die Hauptrolle in einem Spielfilm zu übernehmen wurde ihm nicht mehr erfüllt.
Streift man heute durch die Regale der immer weniger werdenden und zunehmend schlechter sortierten Tonträger-Anbieter, ist ein Antreffen eines Fachs für T. REX wahrscheinlich. Nach Marc Bolan's Tod tauchten immer wieder Mitschnitte aus Studios und Bühnenshows auf, deren Qualität häufig zweifelhaft ist. Ein um ihn entstandener Kult soll(te) für schnellverdientes Geld sorgen, jedoch ist es für Interessenten ratsam, sich als Einstieg eher einen Sampler kaufen. Leider sind diese in der Regel unvollständig. Mal fehlt Jeepster, mal vermißt man einen anderen Hitsong.
Glamrock hatte zu Beginn der zweiten Siebzigerhälfte ausgedient. Disco und Punk beherrschten zunehmend die Szenerie; eine neue Generation von jugendlichen Musikkonsumenten, die mit den teilweise ausgeflippten Kostümierungen der Glamkünstler wenig anzufangen wußte, war herangewachsen.
Die später auftauchenden Bands wurden immer jünger und handwerkliches Können verkam allmählich zur Nebensache. Acts wie KENNY oder HELLO hatten ein paar Hits und verschwanden innerhalb kürzester Zeit wieder in der Versenkung.
Der Trend, Hauptsache fotogen zu sein, war nicht neu und existierte bereits in den Fünfzigern. Gegen Ende der Glamrockzeit wurde bei jugendlichen Musikern für den Teeniemarkt immer weniger Wert auf das Beherrschen der Instrumente gelegt. Es gab und gibt Ausnahmen, jedoch läßt sich die These, daß die Größen des Glamrocks die vielleicht letzten auf das kaufkräftige jugendliche Publikum gezielt eingesetzten Künstler waren, die über ein größeres Potential wie livehaftiges Reproduzieren verfügten, so schnell nicht aus der Welt räumen. Die Tatsache, daß eben jene Bands oder Solisten teilweise bis heute in recht vollen Hallen gastieren spricht nicht gerade dagegen.
Interessenten an der Musik dieser Ära läßt sich längst nicht bedenkenlos jeder Sampler empfehlen. Interpreten wie Alvin Stardust (My Coo-Ca-Choo, Jealous Mind) oder MUNGO JERRY (In The Summertime, Lady Rose) hatten zwar Hits im gleichen Zeitraum, stilistisch allerdings eher wenig bis nichts mit Glam gemein.
So bleibt die Empfehlung, sich eher sich einige preiswerte Collections populärer Glam-Acts zuzulegen. Diese sind bis in die heutigen Tage relativ leicht zu bekommen.
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