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| Rare Bird, Charisma, 1969 |
| Graham Field |
Organ |
| Dave Kaffinetti |
Electric Piano |
| Steve Gould |
Bass Guitar + Lead Vocals |
| Mark Ashton |
Drums / Timps, Backing Vocals |
| Produzent: John Anthony |
Länge: 38 Min 08 Sek |
Medium: LP |
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| 1. Iceberg (6.43) | 6. Sympathy (2.41) |
| 2. Times (3.15) | 7. Natures Fruit (2.31) |
| 3. You Went Away (4.32) | 8. Bird On A Wing (4.10) |
| 4. Melanie (3.22) | 9. God Of War (5.22) |
| 5. Beautiful Scarlet (5.34) | |
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| As Your Mind Flies By, Charisma, 1970 |
| Graham Field |
Organ and assorted keyboards |
| Dave Kaffinetti |
Electric Piano and assorted keyboards |
| Steve Gould |
Lead Vocals + Bass Guitar |
| Mark Ashton |
Drums and Vocals |
| Produzent: Rare Bird |
Länge: 36 Min 08 Sek |
Medium: LP |
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| 1. What You Want To Know (5.54) | 5. Flight: |
| 2. Down On The Floor (2.35) | As Your Mind Flies By (9.48) |
| 3. Hammerhead (3.29) | Vacuum (3:16) |
| 4. I'm Thinking (5.35) | New Yorker/Central Park (6.33) |
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| Epic Forest, Polydor, 1972 |
| Fred Kelly |
Drums |
| Dave Kaffinetti |
Electric Piano, Piano, Farfisa Organ |
| Ced Curtis |
Lead Guitar, Acoustic Guitar |
| Paul Holland |
Vocals, Percussion |
| Steve Gould |
Vocals, 2n Guitar, Acoustic Guitar |
| Paul Karas |
Bass |
| Paul Korda |
Percussion "Turning the lights out" + "Title No 1 again" |
| Produzent: Rare Bird |
Länge: 62 Min 14 Sek |
Medium: Do-LP (4. Seite leer) |
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| 1. Baby Listen (3:20) | 7. Fears Of The Night (3:14) |
| 2. Hey Man (5:47) | 8. Turn It All Around (4:38) |
| 3. House In The City (4:20) | 9. Title No.1 Again (Birdman) (6:01) |
| 4. Epic Forest (9:08) | 10. Roadside Welcome (4:23) |
| 5. Turning The Lights Out (4:33) | 11. Four Grey Walls (3:51) |
| 6. Her Darkest Hour (3:30) | 12. You're Lost (10:00) |
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| Somebody's Watching, Polydor, 1973 |
| Steve Gould |
Vocals, Guitars, Bass Guitar on Who is the Hero |
| Dave Kaffinetti |
Piano, Clavinette, Organ |
| Andy Curtis |
Guitar |
| Nic Potter |
Bass Guitar |
| Fred Kelly |
Drums, Northern Percussion |
| Produzent: Rare Bird |
Länge: 34 Min 00 Sek |
Medium: LP |
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| 1. Somebody's Watching (5.12) | 5. Hard Time (3.00) |
| 2. Third Time Around (4.49) | 6. Who Is The Hero (3.33) |
| 3. Turn Your Head (4.28) | 7. High In The Morning (3.26) |
| 4. More And More (3.57) | 8. Dollars (8.26) |
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| Born Again, Polydor, 1974 |
| Steve Gould |
Lead Vocals, Guitars, Bass, Overdubs (Electric Piano on "Last Tango in Beulah") |
| Fred Kelly |
Drums, Percussion, Harmony Vocals |
| Dave Kaffinetti |
Acoustic and Electric Piano, Clavinet, Hammond Organ, Korg Synthesizer, Harmony Vocals |
| Andy Rae |
Fender Bass |
| Kevin Lamb |
Harmony Vocals on "Lonely Street" & "Peace of Mind" |
| Produzent: Rare Bird |
Länge: 38 Min 51 Sek |
Medium: LP |
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| 1. Body And Soul (3.04) | 6. Redman (3.37) |
| 2. Live For Each Other (2.49) | 7. Peace Of Mind (5.19) |
| 3. Diamonds (4.02) | 8. Harlem (3.18) |
| 4. Reaching You (3.23) | 9. Lonely Street (3.12) |
| 5. All That I Need (3.50) | 10. Last Tango In Beulah (6.17) |
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Als ich beim Rother Blues Festival am 27. April 2001 die Alvin Lee Band sah, bei der Steve Gould seit vielen Jahren
die Bassgitarre spielt, wurde mir klar, dass ich über die Rare Bird-Alben schreiben würde. Er war vom ersten
bis zum letzten Album dabei und seine Stimme schon ein Markenzeichen.
Rare Bird haben zu ihrer Zeit Aufsehen erregt, innovative und gute Musik gemacht und sind zu Unrecht
vergessen.
Mit "Sympathy" hatten sie 1969 ihren ersten Chart-Hit in Großbritannien (million-seller habe ich gelesen)
und auch in Deutschland. "Iceberg" und "Beautiful Scarlet" liefen zumindest im Radio, wenn sie es nicht auch in die
Top Ten schafften.
Bis dato hatte es keine Band gegeben, die mit Piano, Orgel, Bass und Drums angetreten war, ohne Gitarre. Man
war die Vierer-Combo (zwei Gitarren, Bass + Drums), Fünfer (Sänger und/oder Orgel/Piano dazu) gewohnt,
und dass auch nur Drei (Gitarre, Bass + Drums) Musik machen konnten, wusste man seit den Troggs oder Jimi Hendrix.
Dass es Sympathy in die Top Ten schaffte, war zu einem gewissen Teil dieser ungewöhnlichen Besetzung zu
verdanken.
1967 interpretierten "The Nice" (Keith Emerson) Themen aus Antonin Dvorak 9. Symphonie "Aus der Neuen Welt"
mit ihrer Single "The Thoughts of Emerlist Davjack", die dann auch auf der 1968 erschienenen LP war, zusammen
mit Interpretationen von Motiven von Mozart, Sibelius, and Tchaikovsky. Rare Bird tat noch einen Schritt weiter und
brachte klassische Elemente in die Eigenkompositionen ein, etwas, was man für 1969 nun wirklich nur mit
progressiv bezeichnen kann.
Steve Gould sang die Lead Vocals mit einer sehr abwechslungsreichen Stimme, weich, rauh, mit großem
Umfang und Tonsicherheit. Es gab lange Instrumentalpartien, bei denen sich Orgel und Piano in der Führung
abwechselten. Der Bass spielte ausgeprägtere Linien, als dies bei den "normalen" Rockbands der Fall war.
"Progressive Rock" sagt der All Music Guide über Rare Bird und trifft damit, was Album 1 und 2 angeht, ins
Schwarze.
"Sympathy" ist der einzige Song, der als konventionell bezeichnet werden kann, alle anderen sind es nicht.
Rare Bird machten konsequent weiter und legten 1970 das zweite Album "As Your Mind flies by" vor, das auf der
ersten Seite 4 Songs, auf der 2. die Komposition "Flight", bestehend aus 4 Teilen, enthielt.
"What you want to know", "Down on the floor", "Hammerhead" und "I'm thinking" sind wunderschöne Songs,
die von Steve Gould extrem gut gesungen werden. Bei "Down on the floor" zeigte er alle Facetten seiner tollen
Stimme. Dieses Lied könnte als Probe für jeden professionellen Sänger genommen werden. Und so
einige würden scheitern. Steve Gould meisterte die Herausforderung.
Die Lieder sind von vielen Rhythmuswechseln
gekennzeichnet, sind aber von ihrer Basis her alle als getragen zu bezeichnen. Orgel und Piano sind gleichberechtigt,
spielen gemeinsam und im Dialog viele, viele Melodien - Material, für ein Mehrfaches an Stücken.
"Flight" stellt dann hohe Ansprüche an den Hörer, wunderschöne, melodische und rhythmische
Passagen, vor allem im Teil 1 "As Your Mind flies by", wechseln sich mit Klang-Experimenten ab. Den Teil 3 "New
Yorker" überspringe ich regelmäßig, zu wirr ist mir das Gebotene.
Teil 1 beginnt fast im Boogie-Rhythmus, der, wie sollte es anders sein, immer wieder unterbrochen wird. Orgel
und Piano spielen sich gegenseitig die Themen zu, variieren sie und bauen sie immer weiter aus, sie ständig
steigernd. Darunter treibt der Bass und die Spannung steigt. Nach zweieinhalb Minuten ist diese mitreissende Passage
vorbei und Steve darf seinen Gesang einbringen, der gerade mal eine Minute dauert. Für meinen Geschmack ist
dies viel zu kurz, dieser Stimme, Melodie und Spannung könnte ich auch ewig zuhören. Ab Minute vier folgt
die zweite, dreissig Sekunden lange, Gesangspassage, der Rest von etwa zwölfeinhalb Minuten ist dann bis auf
weitere, kurze Stückchen instrumental. Die Gesangsstimme ist nun Teil der Musik und nicht führend,
während sie bei den ersten beiden Einsätzen absolute Höhepunkte darstellt.
Im Teil 4 wird Maurice Ravels Bolero eingearbeitet, was bei Erscheinen kaum jemand aufgefallen sein dürfte,
da der "Bolero" erst viele Jahre später durch den Eistanz berühmt geworden ist.
"As your mind flies by" steht bei meinen Lieblingsalben ganz vorne.
1972 trat Rare Bird dann in neuer Besetzung mit "Epic Forest" an. Graham Field hatte die Band verlassen, um 1971
"Fields" (zu Dritt) aufzunehmen, ein Album, dem kein Erfolg beschieden war. Es konnte mich damals nicht
begeistern, und dies hat sich bis heute nicht geändert. Auch Mark Ashton war nicht mehr dabei. Dafür hielten
vier neue Bandmitglieder (als Sechser-Combo waren sie wohl wieder einmal etwas besonderes), und mit ihnen die
elektrischen Gitarren, Einzug und der Sound hatte nur noch wenig mit den beiden Vorgängeralben zu tun. Nichts
mehr mit "progressiv" und "Avantgarde". Hingegen bestimmten E-Gitarre und Piano/Keyboards gemeinsam, wo es
lang ging. Und über allem ein hervorragender (mehrstimmiger) Gesang. Alle Songs sind von den Mitgliedern
gemeinsam geschrieben und komponiert.
"Epic Forrest" ist eines von vier uns bekannten, erschienenen Doppelalben, das nur drei Seiten Musik
enthielt. "Three sides were required to present the Epic Forest Suite in its entirety. Therefore the fourth side ist blank",
ist auf dem Label der 4. Seite zu lesen. Und dann finde ich bei dir.songsearch.com (siehe im Link-Kästchen) eine
CD-Ausgabe mit 3 und eine mit 6 Bonus-Tracks zu 30.38 bzw. 27.18 $. Dies sind fürwahr stolze Preise, die
verhindern, dass ich meine, sehr starke, Neugier befriedige. Denn weitere Songs von Rare Bird zu bekommen, ist sehr
verlockend.
Typisch für den neuen Sound waren das melodische Zusammenspiel von E-Piano (manchmal leicht verzerrt)
und E-Gitarre. Einzelne Stücke hervorzuheben scheint mir nicht sinnvoll, bzw. ist mir nicht möglich. Es gibt
keinen Ausfall, jedes Lied ist gut, alle zwölf.
"Epic Forrest" war und ist ein Meisterwerk der melodischen Rockmusik. Leider bestand die Polydor/Deutsche
Grammophon all' die Jahre, die es im deutschen Programm zu haben war, auf einem Verkaufspreis von DM 29,--, obwohl
es ja kein echtes Doppelalbum war, sondern nur drei Seiten Musik hatte. Dies hielt viele potentielle Käufer vom
Erwerb ab, und auch ich habe einige Zeit gezögert, bevor ich es kaufte (dann mit Prozenten :o) ).
Schon im Folgejahr 1973 erschien "Somebody's watching" mit gewechselter Besetzung. Drei der Neuen gingen und
zwei kamen hinzu. Damit wurde bewiesen, dass "Rare Bird" in erster Linie Dave Kaffinetti und Steve Gould waren,
der Rest austauschbar. Die Neuen, Andy Curtis Gitarre, und Nic Potter am Bass, fügten sich nahtlos ein. Die vier
Lieder der ersten Seite und das letzte der 2. sind das Gemeinschaftsprodukt von Kaffinetti, Gould, Curtis und Kelly
(Drummer), "Hard Time" stammt von Chaplin-Fataar (*), "Who is the hero" von Kevin Lamp, der aber erst auf "Born
again" bei zwei Songs mitsingt und "High in the morning" von Korda.
Von unserem aufmerksamen Leser Uwe stammt der folgende Hinweis:
Der Titel 'Hard Times' auf dem Album 'Somebody's watching' stammt von Blondie Chaplin und Ricky
Fataar, die seinerzeit Mitglieder der Beach Boys waren. Ich fand dies immer interessant, da es eigentlich merkwürdig
anmutet, daß da ein ansonsten nie im Original veröffentlichter Song auf dem betr. Rare Bird Album auftaucht! Wäre
mal interessant dazu den Hintergrund zu erfahren.
Soweit die Information, die mir so nicht bekannt war. Danke Uwe.
"Somebody's watching" enthält beileibe nicht die Überbleibsel der "Epic Forrest Suite", es sind
eigenständige Lieder. Aber irgendwie kommt es nicht ganz an den Vorgänger heran. Vielleicht ist es die
Stimmung, die "Epic Forrest" hervorhebt. Die Band konnte so viel hineinpacken, wie sie wollte (auf drei Seiten). Eine
Freiheit, die zu LP-Zeiten sicher nur wenige Künstler hatten. Und vielleicht ist "Somebody's .." etwas weniger
melodiös.
Das letzte Lied, ein Instrumental, heisst übrigens "Dollars" und verarbeitet das Titelthema von Ennio
Morricones Filmmusik zu "Für eine Handvoll Dollar".
Der mangelnde Verkaufserfolg von "Epic Forrest" sorgte dann auch dafür, dass "Somebody's .." nur im
Import zu haben war, was damals DM 22,-- bedeutete und natürlich auch, dass dafür keinerlei Promotion
betrieben wurde. So blieb es beim Geheimtip.
Mit "Born again" endete 1973 die Geschichte einer meiner Lieblingsbands. Die beiden zuletzt Hinzugekommenen
waren wieder verschwunden und durch Andy Rae am Bass ersetzt worden; und, wie es auf dem Cover steht, durch
Kevin Lamp, Harmony Vocals on "Lonely Street" & "Peace of Mind". Fünf Lieder sind die
Gemeinschaftsproduktion von Kaffinetti, Gould, Kelly, bei "Body and soul" steht Gould/Camm(?), bei "Live for each
other" lese ich Ashton, was wohl Mark Ashton, Drummer der Alben 1 und 2 war, "Redman" Gould, Kaffinetti, Kelly,
Curtis, Hall(?), "Harlem" und "Lonely street" Gould, Kaffinetti, Kelly, Camm.
Am Sound änderte sich kein bisschen, aber, es kam das Quäntchen mehr dieser einprägsamen, fast
schon hypnotischen Melodien und etwas mehr "Dampf", also Tempo dazu, um so die Musik perfekt zu machen.
Wieder kann ich kein Lied hervorheben, alle sind erstklassig, Ohrwürmer von vorne bis hinten. Bei jedem
denke ich, "das ist es, das Beste", aber nur bis zur nächsten Nummer.
Auch der beschwörende LP-Titel "Born again" (wie Phönix aus der Asche) konnte nicht dafür
sorgen, dass das Album die ihm gebührende Aufmerksamkeit erhielt. Wieder blieb es beim Geheimtip. Die
Umstände entsprachen denen, die ich bei "Somebody's .." aufgezählt habe.
Ich habe die Rare Bird-Alben jetzt schon vielen im Bekanntenkreis vorgestellt, und niemals Kontra bekommen.
Im Gegenteil, alle stimmen mir zu, dass es sich um erstklassige Musik handelt und keiner versteht, dass ihnen kein
Erfolg beschieden war. Nur damals, als sie erschienen, sind sie an fast allen vorbeigegangen.
Steve Gould machte 1979, also nach einer Pause von fünf Jahren, nocheinmal einen Versuch mit seinem
Melodic Rock (mehr dazu könnt Ihr in meiner Runner-Review lesen), der
aber auch nicht den erhofften Erfolg brachte. Dann, Mitte der Achtziger, kam er bei der "Alvin Lee Band" unter und
wir finden ihn erstmals in der Besetzung des 1986 erschienenen Albums "Detroit Diesel" mit "synthesizer, vocals".
Werner Saumweber, (Impressum, Artikelliste), Mai 2001
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