HoR Logo kl Biographie:

Logo Metal Church

History

Logo Home-of-Rock

Metal Church
"Metal Church", 1984
The Dark
"The Dark", 1986
Blessing In Disguise
"Blessing In Disguise", 1989
Human Factor
"Human Factor", 1991
Hanging In The Balance
"Hanging In The Balance", 1993
Live
"Live", 1998 (rec. 1984)
Masterpeace
"Masterpeace", 1999
Vanderhoof
"Vanderhoof", 1997
A Blur In Time
Vanderhoof: "A Blur In Time", 2002
Reverend
Reverend: "Reverend", EP, 1989
World Won't Miss You
Reverend: "World Won't Miss You", 1991
Play God
Reverend: "Play God", 1991
Live
Reverend: "Live", 1991
David Wayne
David Wayne: "Metal Church", 2001
Metal Church
Metal Church: "The Weight Of The World", 2004

Wir nähern uns dem Ende des Sommers 2003, METALLICA sahnen mit ihrem umstrittenen Album "St. Anger" ab, IRON MAIDEN veröffentlichen ihr famoses "Dance Of Death", Rob Halford kehrt nicht unerwartet zu JUDAS PRIEST zurück .... der Heavy Metal existiert nach wie vor, auch wenn sich in weit mehr als zwei Jahrzehnten sehr vieles getan und letztendlich geändert hat. Eine neue Generation von Fans ist herangewachsen, die viele der alten Bands gar nicht mehr livehaftig erleben konnte und sie daher nur teils ihres legendären Rufs kennt.
Einer Band, die nie den richtigen Durchbruch schaffte, soll dieser Artikel gewidmet sein. Die Rede ist von METAL CHURCH...

Im Jahre 1985 kam das schon vorab von den einschlägigen Fanzines himmelhoch gelobte Debut in die Läden. Wer ein METALLICA-ähnliches Machwerk erwartet hatte sah sich getäuscht, METAL CHURCH's Erstling überzeugte durch Gitarrenbreitwände mit einem leicht düsteren Touch. Die Produktion von Terry Date setzte die Band erstklassig in Szene. Das einzige Manko bildeten die Vocals. David Wayne klang doch etwas arg nach ACCEPT's Udo, aber die mächtigen Riffs Kurdt Vanderhoofs und Craig Wells, die pumpenden Bässe Duke Ericksons und das exzellente Drumming Kirk Arringtons sorgten für eine derartige Begeisterung, dass man (noch) darüber hinwegsah. Der sich nach einem Intro mit lavaähnlicher Geschwindigkeit immer mehr steigernde Opener Beyond The Black, der düster klingende alles niederwalzende tonnenschwere Titelsong, die Kracher Hitman und In The Blood oder das gnadenlose DEEP PURPLE Cover Highway Star (selten machte ein Remake mehr Sinn), jeder einzelne Track ein Killer.

Der im Jahr darauf entstandene Nachfolger "The Dark" konnte die hohen Erwartungen keineswegs erfüllen und geriet zu einer Enttäuschung. Schon der erste Track Ton Of Bricks klang nach einer schlechten Kopie des überragenden Debuts, und lediglich das auch 1990 als Konzertopener eingesetzte mittelschnelle Start The Fire und das balladenähnliche Watch The Children Pray erreichten überdurchschnittliches Format.
Die schon auf "Metal Church" nicht unbedingt weltbewegenden Vocals sorgten hier für weitere Tiefpunkte.
Wenig überzeugend geriet auch die livehaftige Darbietung im Vorprogramm von METALLICA im Frühjahr 1987. Der Auftritt in der Essener Grugahalle war geprägt durch hüftsteifes Stageacting, schlechte Soundverhältnisse, David Waynes miserable Vocals und einer insgesamt amateurhaften Präsentation. Kurz darauf verließen Kurdt Vanderhoof und David Wayne die Band. Ersterer blieb METAL CHURCH jedoch als Hauptkomponist und bei den Studioaufnahmen erhalten, sozusagen die graue Eminenz des Power Metal Quintetts aus Seattle.
Als Ersatz folgten John Marshall, der auch bei METALLICA einsprang als James Hetfield sich den Arm gebrochen hatte, und der Sänger Mike Howe.

1989 erschien das mit der neuen Besetzung plus Kurdt Vanderhoof eingespielte Album "Blessing In Disguise". Den zahlreichen Skeptikern wurde mit einem wahren Hammeralbum der Wind aus den Segeln genommen. Nicht eine frische Brise, nein, ein wahrer Power Metal-Orkan wehte einem entgegen. Im Vergleich zum Debut die Geschwindigkeit leicht gedrosselt, aber in puncto Heaviness einige Briketts zugelegt.
Producer Terry Date hatte einen derart vollen Sound gezaubert, dass im Vergleich dazu METALLICA's "... And Justice For All", welches im Jahr zuvor erschien, eher wie ein laues Lüftchen daherkam.
Fake Healer läutet "Blessing." mit einer wahren Headbangerorgie ein, der Song mutierte live zu einem absoluten Klassiker des Genres.
Höhepunkte hat dieses Album en masse zu bieten. Of Unsound Mind bollert einem in typischer MC-Manier um die Löffel, die Halbballade Anthem To The Estranged bietet 9 Minuten 31 Sekunden vom Feinsten, Badlands ist ein weiterer langer Track exzellenten Power Metals mit Killerriffs und wechselnden Tempi.
Verglichen zum schwachen Vorgänger "The Dark" haben viele Songs wieder an Spieldauer zugenommen, so auch The Spell Can't Be Broken, ein Banger mit wechselnden Spannungsbögen. Das Instrumental It's A Secret fegt einem anschließend wieder mit einer solchen Heaviness um die Ohren, dass zum Abschluss mit The Powers That Be tempomäßig noch eins draufgelegt werden muss, um die Spannung zu erhalten.
Mike Howe's Stimme, ebenfalls in den höheren Tonlagen angesiedelt mit allerdings erheblich mehr Druck und Variationsmöglichkeiten, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.
"Blessing In Disguise" zeigt die Band auf dem Zenit ihres Schaffens. Den absoluten Durchbruch schaffen METAL CHURCH jedoch auch mit diesem Album nicht, denn immer wieder gibt es Rückschläge.

Im Spätherbst des gleichen Jahres stand meinereiner vor den verschlossenen Türen der Stadthalle in Köln-Mülheim. Das Konzert, welches METAL CHURCH als Headliner bestreiten sollten, fiel aus. Mehr war auf dem an der Eingangstüre angebrachten Pappschild nicht zu erfahren.
Ernüchtert die Heimfahrt angetreten und leicht wieder von der "Blessing-Wolke" heruntergeholt, hieß es dann einige Zeit später Kirk Arringtons Zuckerkrankheit wäre der Grund für die Absage gewesen.
Frühjahr 1990, gleicher Ort, nur dieses Mal im Vorprogramm von SAXON und keine Headlinershow. Doch METAL CHURCH entpuppten sich als DER Wahre. Schon bei den ersten Tönen vom Opener Start The Fire hatte der mächtige Gitarrenbreitwandsound wohl die meisten Anwesenden im Griff. Mike Howe bot eine astreine Leistung, Kirk Arrington schien bestens erholt und erwies sich als Meister seines Fachs, die ganze Band wirkte unglaublich kompakt.
Bei Fake Healer bangte der ganze Saal wie seit Ewigkeiten nicht erlebt, und nicht wenige hätten gerne noch eine Fortsetzung des Auftritts gesehen statt den Gig der seinerzeit reichlich abgetakelten Angelsachsen. So war es nicht verwunderlich, einige Tage später im Music Circus Oberhausen einige bekannte Gesichter im Publikum wiederzusehen und METAL CHURCH erneut tierisch abzufeiern. Die neue Besetzung erwies sich auch on stage als absoluter Volltreffer.

Album numero vier, "The Human Factor" betitelt, erschien im Frühjahr 1991 und rief zwiespältige und geteilte Meinungen hervor. Von den einen gelobt, von den anderen mit großer Zurückhaltung aufgenommen.
Mit dem neuen Produzenten und Engineer Mark Dodson war der Sound etwas dunkler geworden, doch erheblich mehr fiel die Veränderung im Songwriting auf. Es hatte sich schlichtweg verschlechtert. Die Überraschungen wie auf "Blessing..." fehlten, man setzte mehr oder weniger auf die gleiche Schiene. Heraus kam ein teilweise recht starkes Album mit allerdings einigen Songs kurz vor der Ausfallgrenze.
Der Titelsong und erste Track des Albums hämmert in typischer METAL CHURCH-Manier powervoll im Midtempobereich los und lässt einen sofort mitbangen. The Final Word haut in die gleiche Kerbe und ist ein Song wie wohl nur METAL CHURCH ihn überzeugend bringen konnten. Mal etwas speedig, dann wieder Tempo rausgenommen, ein erneuter Spannungsbogen, danach wieder das volle Powermetalbrett.
In Mourning sorgt mit seinem leicht spacigen Intro und dem schleppenden harten Grundriff für ein wenig Abwechslung. Der Song wächst mit jedem Anhören und war in den folgenden Jahren nicht umsonst Bestandteil des Livesets. In Harm's Way erinnert teilweise an die Halbballade Anthem To The Estranged vom Vorgängeralbum, ohne aber eine bloße Kopie abzugeben, sondern stellt ein weiteres Highlight der bandinternen Songhistorie dar.
Auf Flee From Reality wird wiederum das volle Brett gefahren und in der typischen unnachahmlichen Art und Weise losgerockt.
"The Human Factor" kann das hohe Niveau des dritten Albums jedoch nicht durchhalten und weist in den anderen fünfzig Prozent der Songs einiges an Unausgegorenheiten und Langeweile auf. Trotzdem steht die Scheibe damit immer noch weit über dem Gros der meisten vergleichbaren Acts.

Im Sommer des Jahres 1991 nehmen METAL CHURCH an der "Operation Rock'N'Roll" durch die Stadien der USA teil. Das Package mit JUDAS PRIEST, ALICE COOPER, MOTÖRHEAD, den DANGEROUS TOYS und eben METAL CHURCH trifft aber keineswegs auf ausverkaufte Arenen, denn Heavy Metal ist zu dieser Zeit besonders in den USA auf dem absteigenden Ast, die Grungewelle nähert sich bedrohlich. So treten METAL CHURCH im Vorprogramm mit 6 oder 7 Songs vor halbleeren Stuhlreihen auf und geben damit dem aktuellen Album nicht gerade einen Schub in die erhofften Chartregionen.
Im folgenden Herbst tourt man durch kleinere Hallen in Deutschland, ohne aber, vom harten Fankern abgesehen, besondere Aufmerksamkeit hervorzurufen. Kurz darauf verliert die Band ihren Plattenvertrag und scheint fast am Ende.

Zu dieser Zeit gibt es auch wieder Neues von Ex-Sänger David Wayne zu vermelden. Er veröffentlicht im Laufe der folgenden Jahre mit seiner Band REVEREND eine gleichnamige EP, die Alben "Play God" und "World Won't Miss You" sowie eine Live-EP. Stilistisch orientiert man sich am Powermetal, ohne aber die Klasse von METAL CHURCH zu erreichen. Nach einigen Jahren und ohne nennenswerte Erfolge löst sich die Band wieder auf.

Mit Beginn der Neunziger geht es mit dem Heavy Metal bergab. Die Grungewelle überrollt viele Bands regelrecht. Einige verlieren ihre Verträge, andere machen eine lange Veröffentlichungspause, verlieren langjährige Mitglieder oder lösen sich ganz auf. Zudem ist eine Stagnation in puncto Qualität bzw. sogar oftmals ein Rückgang unverkennbar. Es tauchen jedoch immer noch hervorragende Alben auf, leider von der Öffentlichkeit sprich den (ehemaligen) Fans nicht in dem Maße beachtet wie sie es verdient hätten.
Es sei an dieser Stelle u.a. an TROUBLE's "Manic Frustration" (1992) oder RUNNING WILD's "Black Hand Inn" (1994) erinnert.
METAL CHURCH schaffen es zu dieser Zeit, noch einmal bei einer Plattenfirma unterzukommen. In diesem Fall ist es Joan Jett's Label Blackheart Records, welches durch seine geringe Größe allerdings in seinen Möglichkeiten beschränkt ist.

1993 wird das fünfte Album "Hanging In The Balance" veröffentlicht, auf welchem besagte Joan Jett bei dem Song Little Boy Background-Vocals beisteuert und ALICE IN CHAINS' Jerry Cantrell den Opener Gods Of Second Chance mit einem Solo veredelt.
Anfangs nur als Japan-Import erhältlich, findet man später auch einen deutschen Vertrieb.
Wer sich nicht vorab von dem albernen Cover hat abschrecken lassen wird mehr als positiv überrascht. Nicht zu Unrecht schafft es "Hanging..." in die deutschen Albumcharts. Mag die Produktion auch etwas schwachbrüstig sein (da hilft nur PLAY IT LOUD!!!!), die Qualität der Songs entschädigt für alles. Die Scheibe fällt teilweise sogar recht melodisch aus, ohne jedoch nur einmal in seichte Fahrwasser abzugleiten. Da gibt es die drei- bis vierminütigen typischen MC-Banger wie Losers In The Game, No Friend Of Mine, das gnadenlose Conductor oder Down To The River, aber auch ein Instrumental mit akustischen Gitarren (Lovers And Madmen) oder das längere episch angehauchte Little Boy.
Höhepunkte des Albums sind jedoch zwei bis dato eher MC-untypische Tracks. Das melancholische Waiting For A Saviour startet mit der vielleicht besten Gesangsleistung Mike Howes, der sich im Verlauf des Songs immer mehr steigert. End Of The Age beginnt mit fast dreiminütigem akustischen Intro, um dann regelrecht in einem Gitarreninferno zu explodieren. Zum Ende hin folgt dann wieder ein akustischer Abschluss.
Im Rahmen der Frühjahrstour 1994 kann man den positiven Eindruck mehr als nur bestätigen. Die Band spielt bei ihrem Gig im sauerländischen Arnsberg (Veranstaltungsort: "Cult") dermaßen tight, dass man es kaum glauben mag. Schon beim Konzertopener No Friend Of Mine wird man von diesem Powermetalkraftwerk so dermaßen vereinnahmt, dass der Auftritt heute fast als legendär zu bezeichnen ist. METAL CHURCH spielen wie aus einem Guss, egal ob die neuen Songs oder älteres Material, die Band liefert ein wahres Feuerwerk ab.

Man glaubt, die Jungs haben nun endlich die Kurve gekriegt, aber schon folgen erneute Rückschläge.
Zum Jahresende 1994 folgt eine weitere Tour durch deutsche Lande als Headliner eines gemischten Packages. Es entsteht der Eindruck einer halbherzigen Angelegenheit, und als vorab auch noch bekannt wird, dass John Marshall (angeblich aus Krankheitsgründen) nicht mit dabei sein wird, verzichte wahrscheinlich nicht nur ich auf einen Ticketkauf. Die Skepsis bewahrheitet sich ein knappes Jahr später, als sich METAL CHURCH sang- und klanglos auflösen.

Doch die Geschichte ist noch nicht an ihrem Ende. 1997 veröffentlicht Mastermind Kurdt Vanderhoof ein schlicht "Vanderhoof" betiteltes Album. Mit bei der Band ist auch der ex-Bandkollege Kirk Arrington an den Drums.
Die Scheibe ist ein kleines Juwel und jedem der etwas mit Acts wie DEEP PURPLE, URIAH HEEP oder BOSTON anzufangen weiß zu empfehlen. 70er Jahre Hardrock par excellence, der mit jedem Durchlauf wächst.
Gegen Jahresende spielt man im Vorprogramm von SAVATAGE auch in deutschen Hallen.

Es mehren sich die Gerüchte um eine MC-Reunion, und prompt erscheint ein Livealbum mit Aufnahmen aus der Zeit der beiden ersten Alben. Die Qualität ist eher dürftig, wie auch die des "Live In Japan"-Longplayers, welcher von der "Hanging..."-Tour stammt und nur für viele Emmchen als Import erhältlich ist. Aufgrund der besseren Vocals ist die spätere Aufnahme allerdings empfehlenswerter.

Mitte 1999 wird das sechste Album, "Masterpeace", auf die Menschheit losgelassen. Es stellt sich allerdings beinahe als ein Kurdt Vanderhoof-Soloalbum dar. Craig Wells hatte angeblich keinen Bock mehr, Mike Howe war weit fortgezogen, da wurden kurz wieder die alte Rhythmussektion und John Marshall herangezogen plus der ursprüngliche Shouter David Wayne.
Die anfängliche Begeisterung über die Reunion weicht schnell einer Ernüchterung.
Das Album erntet nicht unberechtigt schwache Kritiken. Es weist zwar alle typischen MC-Trademarks auf, allerdings sind die einzelnen Songs fast durchweg nur ein Abklatsch früherer Großtaten, zumal man auch über den Sound streiten kann. Erwähnenswert sind lediglich der Midtempo-Banger Lb. Of Cure, das episch beginnende Sand Kings und die Songs numero drei/vier Into Dust/Kiss For The Dead, wobei man die dünnen Vocals ausklammern muss.
Der schlechte Eindruck wurde dann auf der Ende des Jahres folgenden Tour zementiert, bei der man Kirk Arrington und Duke Erickson durch die Vanderhoof-Rhythmussektion ersetzt hatte. John Marshall wirkte lustlos, David Wayne ließ einen Mike Howe schmerzlichst vermissen und Kurdt Vanderhoof hat seine Stärken ganz offensichtlich im Studio. Songs aus der Ära 1989-94 wurden erst gar nicht gespielt, und die alten Gassenhauer gingen in einem grausigen Mix unter. Der Auftritt seinerzeit in der Bochumer Zeche kann getrost als Demontage eines Denkmals bezeichnet werden.

Im Jahr darauf verließ David Wayne METAL CHURCH, von denen seither kein weiteres Lebenszeichen zu vermelden war.
2001 tauchte Mr. Wayne mit einer neuen Band auf, ganz bescheiden WAYNE genannt. Das Album hieß zu allem Überfluss auch noch "Metal Church", und das Cover orientierte sich, wie ebenfalls schon das letzte MC-Machwerk, in billigster Weise am Cover des Debuts von 1985.
Einzig erwähnenswert das sich an ACCEPT orientierende The Hammer Will Fall.
Ein hundsmiserables Cover der legendären Mississippi Queen lässt diese sich wahrscheinlich in ihrem Flussbett umdrehen. Für Leute, die nicht wissen wohin mit ihrer sauer verdienten Kohle...

Logo Vanderhoof

Das zweite VANDERHOOF-Album "A Blur In Time" erscheint ein Jahr nach David Wayne's Desaster und erntet gute Kritiken.
Leider hat Kurdt V. anscheinend das Glück bei der Auswahl seiner Sänger verlassen, denn das Album leidet unter dem piepsigen Stimmchen des neuen Vocalisten, und auch die Songs erreichen selten das Niveau des Erstlings.
Es scheint so, als sei es unmöglich, eine hervorragende Leistung konstant über einen längeren Zeitraum als ein Album zu bringen, egal ob METAL CHURCH oder VANDERHOOF. Und damit endet diese Story .... oder?

Jürgen Ruland, (Artikelliste), 24.09.2003

Fortsetzung:
Im Juli 2004 erscheint tatsächlich ein weiteres Album der Power Metal Legende. Wie nicht anders zu erwarten hat sich das Personalkarussell wieder kräftig gedreht und Frontkasper David Wayne ist nicht mehr mit von der Partie. Der neue Mann am Mikro hört auf den Namen Ronny Munroe und steigert das gesangliche Niveau wieder erheblich. Ob's an Mike Howe heranreicht ist Ansichtssache.
Zumindest scheint er nicht die erste Wahl gewesen zu sein, denn Mr. Howe wurde vorab angesprochen. Der blonde Ausnahmeshouter ist mittlerweile verheiratet, Vater mehrerer Kinder und zieht das ruhigere Leben mit nur noch gelegentlichen Auftritten vor.
Die weiteren Neueinsteiger sind der Ex-MALICE ("License To Kill") und Ex-Kurzzeitig-MEGADETH Klampfer Jay Reynolds sowie Bassist Steve Unger. Kurdt Vanderhoof und Kirk Arrington, die letzten beiden Mohikaner, scheinen eine schlagkräftige Mannschaft um sich geschart zu haben.

In den US of A wurde eine kleine selbstorganisierte Reise durch die Clubs unternommen. Die Resonanzen auf ihren Auftritt beim Rock Hard Festival Pfingsten 2004 sind durchweg positiv bis überwältigend, und das neue Album "The Weight Of The World" ist eine klare Steigerung gegenüber "Masterpeace". Als Anspieltipp will ich mal Hero's Soul nennen, welches stilistisch sehr an die ersten beiden Alben erinnert. Genau das schien auch beabsichtigt worden zu sein, denn wie anders soll man es deuten, wenn in der Werbekampagne der Satz "Mit einem neuen Album und viel frischem Blut in den eigenen Reihen knüpft die Heavy Metal Legende genau dort an, wo sie mit ihrem 86er Meisterwerk "The Dark" aufgehört hat".
Wäre "The Weight Of The World" direkt nach "The Dark" erschienen gäbe es auch keine Minuspunkte, doch produktionstechnisch geht es wieder in die Ecke "etwas matschig" und nix gegen old-schoolig, aber wie man so etwas macht haben MOTÖRHEAD mit ihrem "Inferno" vorexerziert.

"Blessing In Disguise" bleibt in meinen Augen unerreicht, doch da mag sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Einen eventuellen Tourbesuch im Herbst sollte man nicht ausschließen.

Jürgen Ruland, (Artikelliste), 01.08.2004

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum