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Ich kenne kaum eine zweite Rockband, die vergleichbar polarisiert: LITTLE FEAT werden entweder heiß und innig geliebt, oder verachtet bis in alle Ewigkeiten. Wer sich zur letzten Gruppe rechnen mag, den bitte ich nicht mehr weiterzulesen, denn hier schreibt ein LITTLE FEAT-Verrückter, der diese Band seit Mitte der 70er ins Herz geschlossen hat. Alles was ich zu dieser Band sage oder schreibe, wird durch keinerlei Objektivität getrübt.
LITTLE FEAT waren immer die Lieblinge von Journalisten und Musikerkollegen - an der breiten Masse der Fans prallte ihr etwas spröder Stil, der Westcoast-Einflüsse, Blues, Soul, Cajun, Funk und Jazz umfasste, eher ab.
Eine Biographie von LITTLE FEAT muß zwangsläufig eine Betrachtung des Lebenswerkes von Lowell George einschließen, der zu LITTLE FEAT gehört, wie der Mond zur Erde. Folglich hat die Fans dieser Truppe seinerzeit die Frage entzweit, ob es nach Georges Tod 1979 überhaupt eine Zukunft für LITTLE FEAT geben kann. Ich will aus meinem Herzen keine Mördergrube machen: Ich meine eindeutig, NEIN. Nach "Hoy! Hoy!", der umwerfenden Sammlung von Outtakes aus den goldenen Jahren der Band, ging es von 1981 rasant abwärts. Ich plädiere gar für einen radikalen Schnitt, nämlich zur Auflösung, aber davon ist im zweiten Teil der Bio zu berichten, die ich für Anfang des nächsten Jahres plane ...
Die Anfänge von LITTLE FEAT lagen im Jahr 1966, als sich Lowell George mit Richie Hayward (Drums), Martin Klein (Guitars) und Martin Kibbee (Bass) zusammentat und THE FACTORY gründete. Sie alle waren stark von den MOTHERS OF INVENTION geprägt, und die Musik auf dem einzigen Album "Lightning-Rod Man" war demzufolge zappaesk schräg - ein Nebenprodukt der Flower-Power-Ära. Die Aufnahmequalität läßt natürlich Wünsche offen, doch wer fragt bei solchen Perlen schon nach solchen Profanitäten?
Zu gerne wäre Lowell George Sänger und Gitarrist bei den M.O.I. geworden, doch Frank Zappa ließ ihn zappeln und verlangte quasi als Mitgift für Lowells Einstieg dessen Song Willin' für die M.O.I. Dazu war George nicht bereit, schmiss den Bettel hin und gründete mit dem alten FACTORY-Mitstreiter Richie Hayward sowie Bill Payne (Keys) und dem Ex-MOTHER Roy Estrada (Bass) LITTLE FEAT. Der Name war ein Wortspiel: George wurde von Zappas Drummer wegen seiner kleinen Füße (Feet) gehänselt - FEAT bedeutet "Heldentaten", wird aber genau wie "Feet" ausgesprochen - kleine Heldentaten! Was für ein trefflicher Name für diese außergewöhnliche Band!
Willin', mit einer wunderbaren Slide von Ry Cooder veredelt, wurde dann tatsächlich der Höhepunkt der 1970 erschienen Debut-LP, die schlicht und einfach "Little Feat" betitelt war. Sie ist in ihrer rauhen, ungeschliffen dargebotenen Art auch heute noch ein herzerfrischendes Dokument dieser wahrhaft progressiven Phase des (Westcoast-)Rock. Die Songs sind zumeist kurz (um die 2'30 Min.') gehalten und auf das Wesentliche reduziert - kleine Meisterwerke, pardon Heldentaten. Zu Willin', dem Klassiker von LITTLE FEAT schlechthin, ist nichts mehr zu sagen. Weitere Highlights sind Brides Of Jesus; I've Been The One und Takin' My Time, drei melancholisch-verträumte Perlen und natürlich der sehr "roots-ige" 44 Blues/How Many More Years.
Auch wenn dieses Debut unter den harten Fans sehr hoch gehandelt wird, handelt es sich trotzdem um einen denkbar ungünstigen Einstieg des geneigten Erst-Hörers. Dazu ist das folgende Album besser geeignet ....
... eines der drei besten Alben von LITTLE FEAT (künftig im Text einfach und kurz LF benannt) überhaupt: "Sailin' Shoes" von 1972. Dieses Album schlug in Musiker- und Kritikerkreisen wie eine Bombe ein. In unveränderter Besetzung reifte das Konzept aus: Westcoast-Rock wurde mit kleinen Versatzstücken aus Blues, Gospel, Country, Rockabilly und Barrelhouse Boogie zu einer einzigartigen Melange verschmolzen.
Wie an einer Perlenkette sind die Kleinode aufgereiht, aus Platzgründen gehe ich nur auf die Peaks ein: Der Opener Easy To Slip war der schönste Song, den LF bis dato aufgenommen hatte, Cold, Cold, Cold und Tripe Face Boogie sollten ebenso wie Apolitical Blues zu Live-Klassikern avancieren, der Titelsong Sailin' Shoes ist sparsamst aber effektvoll instrumentiert und Texas Rose Cafe ist eine traumhaft groovende Nummer, zwischen lässigem Lounge-Piano und psychedelisch angehauchtem Solo-Part.
Aber die beiden vielleicht schönsten Songs stammen aus Bill Paynes Feder: Got No Shadow und Cat Fever, denn hier deutet sich bereits an, wohin sich LF Mitte der 70er orientieren sollte. "Sailin' Shoes" war das erste deutliche Ausrufezeichen der Band.
Wer glaubte, daß "Sailin' Shoes" so schnell nicht zu toppen sein würde, sollte ein Jahr später eines Besseren belehrt werden: 1973 erschien "Dixie Chicken" und Hardcore-Fans sind sich ziemlich einig, daß es sich um LFs bestes Studio-Album handelt.
Es kam zu einer großen Umbesetzung der Band, einem sogenannten großen Wurf. Roy Estrada kehrte zu den MOTHERS OF INVENTION zurück und wurde durch Kenny Gradney am Bass ersetzt. Paul Barrere kam als zweiter Gitarrist hinzu und sollte später -zusammen mit Payne- das Heft in die Hand nehmen. Der Percussionist Sam Clayton komplettierte das neue Septett und ermöglichte komplexere Rhythmen.
Primus inter pares ist der König der Cowbells, Lowell Georges Fat Man In The Bathtub, einer enorm goovigen Nummer mit richtig schweinischen Slides. Aber das, nur zu gerne übersehene, Fool Yourself kommt gleich danach .... übrigens von einem gewissen Mr. Fred Tackett geschrieben, von dem im zweiten Teil dieser Biographie noch ausgiebigst zu berichten sein wird. Allen Toussaints seelenvolles On Your Way Back Home darf natürlich auch auf keinen Fall unerwähnt bleiben.
Leute, es sind eigentlich nur Killer auf "Dixie Chicken" zu finden - ich beschränke mich jetzt nur noch auf zwei ganz besondere Perlen: Two Trains, das Georges Seelenzustand nur zu treffend beschrieb, und Juliette, das traumtänzerisch und federleicht durch jazzige Landschaften schwebt.
Um's nochmals kurz und knallhart auf den Punkt zu bringen: "Dixie Chicken" ist ein echter Meilenstein der Rock-Geschichte, nicht nur in der LF-Historie, und gehört in JEDE gut sortierte Sammlung - definitiv!!
Im gleichen Jahr kam ein Bootleg in den Umlauf, der, wenn auch nicht offiziell, unbedingt erwähnenswert ist. Dieser nennt sich "Late Night Truck Stop" und es handelt sich um den Gig vom 19.07.1973 in Ebbetsfield, CO. Das Bemerkenswerte ist, daß es sich um einen ungeschnittenen Mitschnitt eines einzelnen Konzertes handelt. Sämtliche Ansagen von Lowell George sind auf Tonträger gebannt und die einzigartige Bühnenpräsenz dieses R'n'R-Doctors wird überdeutlich - dieser anarchistische Wortwitz ist schlichtweg zum Brüllen. Dieser Boot ist m.E. noch authentischer als LFs beste Scheibe "Waiting For Columbus".
Auf "Late Night Truck Stop" finden sich sämtliche Perlen der ersten drei Alben. Besonders herausragend sind die Kamell'sche des Debut-Albums wie Snakes On Everything und Hamburger Midnight, sowie eine ganz frühe Version von The Fan, das erst später erscheinen sollte. Diese Doppel-CD gehört ebenfalls zwingend in eine kompetente LF-Sammlung, es ist allerdings ein, der Rarität geschuldeter, hoher Obulus zu entrichten.
In dieser Zeit häuften sich allerdings die Gerüchte um Lowells exzessiven Drogenkonsum. Nun, es war auch einfach zu offensichtlich: Lowells Körper dunste auf stattliche 270 Pfund auf, die kleinen Augen zumeist glasig verschwommen. Koks, Whiskey und -als besondere Vorliebe Lowells- Cognac ist nun einmal eine höllische Mischung - das müssen Stars und Sternchen bis in unsere heutigen Tagen viel zu oft erfahren. Ich will da keine erhobenen Zeigefinger sehen - das Leben "on the edge" muß erst einmal ausgehalten sein - 365 Tage unter Beobachtung der Kritik - hunderte von Terminen, natürlich bei allerbester Laune zu absolvieren - eine Horrorvorstellung für mich persönlich. Koks als Fitmacher - Cognac als "Downer": so schlitterte Lowell George und damit das Herz und die Seele LFs auf den Abgrund zu.
Vorher erschien allerdings 1974 "Feats Don't Fail Me Now", mit einem geradezu genialen Cover von Neon Park, der für sehr viele LF-Cover verantwortlich zeichnete. Es sollte das letzte FEAT-Abum sein, daß durch George als großem Denker und Lenker gestaltet wurde. Nach der Veröffentlichung stürzte er immer häufiger ab und fiel dann entsprechend oft aus. Bill Payne und Paul Barrere übernahmen sukzessive das Kommando.
Trotz aller ungünstiger Vorzeichen ist "Feats Don't Fail Me Now" ein Klasse-Album geworden, auch wenn es (logischerweise) "Dixie Chicken" nicht toppen konnte. Mi Rock'n'Roll Doctor eröffnet eine Nummer, die, wie keine Zweite, Lowell George charakterisieren sollte: "He's the master of rhythm, he's the R'n'R-King". Die Übernummer schlechthin ist Spanish Moon, ein rhythmisch vertrackter Song, wie er für LF nicht typischer sein könnte! Aber auch das zappa-eske The Fan, sowie Bill Paynes Oh Atlanta ragen heraus. Skin It Back scheint mir gar der beste Song zu sein, den Paul Barrere jemals für LF schrieb.
Strittig unter Fans und sogenannten Fans war nur das Medley Cold, Cold, Cold/Tripe Face Boogie: Hier kristallisierte sich heraus, wer wirklich etwas von LF verstand. Dieses Medley ist eben kein Füllstoff, sondern eine geniale, sehr viel druckvollere Verschmelzung der beiden Original-Tracks, wie sie auf den zahllosen Gigs ständig zu hören waren!
Ungeachtet aller Widrigkeiten erschien 1975, in der absoluten Hochphase der Band, "The Last Record Album". Allein dieser Titel ist schon ein Brüller und wird durch das sehr wahrscheinlich witzigste Cover, das jemals im Rock-Bizz veröffentlicht wurde, getoppt. Lowell George nahm sich (wohl krankheitsbedingt) etwas zurück, Bill Payne und Paul Barrere sprangen bereitwillig in die Lücke und prägten dieses Album, wie keines zuvor. Sie nahmen den konzeptionellen Faden auf und verflochten ihn mit etwas komplexeren, ins funk-jazzige tendierende, Klangbildern.Day Or Night; One Love Stand und Down Below The Borderline sind dafür Musterbeispiele.
Sorry, Freunde, aber die Highlights blieben nach wie vor Georges Nummern: Göttlich, ja überirdisch, Mercenary Territory und die schönste Ballade LFs ever Long Distance Love. Die eingängigste Nummer ist Payne/Barreres All That You Dream, daß durch Linda Ronstadt und Nicolette Larsson gleich zweimal zum Hit wurde.
Fazit: Eine Band rundet sich gekonnt ab ......
Lowell nahm sich ein Jahr Auszeit, kurierte seine Hepatitis aus, speckte ab und gönnte sich vor allem 'mal einen anständigen Entzug. Ja, und er schrieb Songs, viele Songs, zuviele für Little Feat? Ein Soloprojekt hatte in diesem Jahr begonnen, schemenhaft Kontur anzunehmen - warum, daß sollte gleich mit dem nächsten Album deutlich werden.
Mit einem Jahr Verspätung, 1977, erschien, von den Fans lange erwartet, endlich "Time Loves A Hero". Dieses Album schlug vollkommen aus der Art und so mancher geschwätzige Schreiberling sah es gar als "Wendepunkt", was natürlich absoluter Schwachsinn war. LF ließen sich nie in irgendeine Musikschublade irgendwelcher Musikjournalisten stecken - sie haben grundsätzlich immer das Ding gemacht, das sie gerade machen wollten.
Jetzt ging es halt, wie bereits auf dem Vorgänger angedeutet, in deutlich jazzigere Gefilde, woran der Einsatz der TOWER OF POWER-Hornsection in einigen Songs einen gewaltigen Anteil hatte. Wenn man sich die Songwriter betrachtet, fällt auf, daß Lowell lediglich einen Track, das granatenmäßige Rocket In My Pocket "....My music was hot, but my Baby was not....", und einen weiteren, Keepin' Up With The Joneses als Co-Autor, geschrieben hat. Parallel arbeitete er bereits, zumindest gedanklich, an seinem Soloprojekt "Thanks I'll Eat It Here", das allerdings erst posthum 1979 erscheinen sollte. Es wurde offensichtlich, das sich LF und ihr bisheriger Kopf und Herz auseinander bewegten. Ob es zu einer Trennung gekommen wäre, wage ich spekulativ zu verneinen, aber so mache Überraschung hat uns Lowell durch seinen frühen Tod vorenthalten!
Paul Barrere glänzte mit der vielleicht besten Nummer des Albums, Old Folks Boogie, und dem melancholischen Keepin' Up With The Joneses - Bill Payne mit dem gewiss nicht schlechteren Titelsong Time Loves A Hero und dem souligen, schwerblütigen Red Steamliner. Die gesamte Band hatte, wohl in Lowells krankheitsbedingter Abwesenheit, mit Day At The Dog Races ein unglaublich kraftvoll-dynamisches Instrumental hingelegt. Oft übersehen wurde das "häßliche Entlein" dieses Albums, New Delhi Freight Train, das mir heute -mit Jahren Abstand- fast am Besten gefällt.
Also, alles in allem: Von Abnutzung und/oder Ermüdungserscheinungen konnte keine Rede sein!
Und dann folgte 1978 ein Live-Album von der "Time Loves A Hero"-Tour ..... und was für eins!! Der geneigte Leser möge bitte verzeihen, daß ich mich etwas kürzer fasse, aber zu "Waiting For Columbus" ist nun wirklich alles gesagt worden - zum Teil besser, als ich es jemals könnte! Es ist für mich die Mutter aller Live-Alben und selbstverständlich sollte JEDER Rockfan diese Scheibe zuhause im Rack haben!!
Achtet aber bitte darauf, daß Ihr Euch die DE-LUXE EDITION zulegt, die paar Cent mehr sind gut angelegt! War die gute alte Vinyl-Ausgabe noch zeitlich limitiert, so war die erste CD-Ausgabe ein riesige Enttäuschung! Hier wurden LF auf knappe 70 Minuten 'runter getunt und der Sound war extrem schwammig. Die De-Luxe Edition gibt nicht nur sämtliche Songs der in Wahington und London aufgezeichneten Konzerte wieder - nein, sie sind sogar alle noch in der richtigen Reihenfolge - bei allerfeinster Abmischung - Wahnsinn!!
Dieses Masterpiece kann ich unmöglich hier in 4-5 Sätzen abhandeln. Ich verweise gerne auf das Review des Kollegen Hüther, der die "Waiting For Columbus" bereits äußerst kompetent hier im HoR besprochen hat.
Wenige Tage nachdem ich im Musik Express (oder war's Sounds?) völlig geschockt von Lowells Tod gelesen hatte, kam "Down On The Farm" in meinen Plattenladen. Nur ein paar Wochen zuvor hatte mich LF mit ihrem legendären ROCKPALAST-Auftritt richtig glücklich gemacht - nun befand ich mich in tiefsten, ehrlichen Depressionen. Mit Lowell, LF und dieser Musik hat mich mehr verbunden als nur der schnöde Besitz einiger Schallplatten. Bei solchen traumhaften Songs wie Perfect Imperfection und Be One Now lief mir (und dies auch heute noch regelmäßig) Rotz und Wasser - was hatte dieser Mann für ein Potential, leider ein ebenso großes zur gepflegten Selbstzerstörung.
Lowell starb den aufrechten Tod eines Rockstars, einsam und wahrscheinlich zugedröhnt bis zu den Haarspitzen. Am Abend zuvor war er noch mit seinem Solo-Programm in Arlington, VA aufgetreten und hatte seine Ambitionen deutlich herausgestellt. Irgendwann in der Nacht im Hotelzimmer hat ihn der Sensenmann abgeholt. Es wurde viel über die Todesursache spekuliert, aber das war alles Quatsch! Wir sind doch alle alt genug um zu wissen, was da los war .....
Nicht nur durch diese unglücklichen Begleitumstände ist mir "Down On The Farm" ganz besonders ans Herz gewachsen. Es rangiert, noch vor all den anderen Perlen, an meiner ganz persönlichen Nummer Eins - sehr wahrscheinlich auch meiner ganzen Sammlung. Es ist unglaublich dicht und komplex ausgefallen - ausgefeilt bis ins letzte Detail, und dabei keineswegs überproduziert. Lowell hatte erstmals selbst produziert und das hört man auch - was hatte dieser Mann für ..... ach, ich widerhole mich gerade.
Beginnend beim Titelsong Down On The Farm bis zum funkigen Feel The Groove groovt's wie Sau. Six Feet A Snow macht gar dem legendären Willin' Konkurrenz. Kokomo und Straight From The Heart sind gar outstanding und ragen aus einem unheimlich kompakten Album, ohne eine einzige Fehlleistung, heraus. Alles in allem ein starker Schlußakkord und wahrscheinlich war es besser so, bevor man die Band eines Tages noch von der Bühne gejagt hätte.
Einige Wochen später kam dann noch das Solo-Album "Thanks I'll Eat It Here" dazu, das Lowell George noch einmal mit anderen Facetten beleuchten sollte - ich sage nur 20 Million Things To Do ..... aber dies ist ja eine LITTLE FEAT-Bio. Deshalb verkneife ich mir rezensierende Passagen und empfehle dieses Werk lieber dem geneigten Leser.
Als ganz besonderes Zuckerle für den Fan kam dann 1981 noch "Hoy! Hoy!, eine Sammlung von Live-Schnipseln, Outtakes und Kuriositäten, heraus, welche das Projekt LF zu einem würdigen Abschluß brachte. Dazu gab es die wohl liebevollsten Liner-Notes, die ich jemals einem Tonträger beigefügt sah - mit Cartoons von Hayward und Neon Park verschönert. Herausragend ist vor allem Gringo, die liebevolle Hommage Bill Paynes an den geliebten Bandleader, ohne Zweifel einer der schönsten LF-Songs ever. Oder wie wär's mit den uralten Jams Framed und Strawberry Flats noch mit Roy Estrada am Bass? Die Genialität LFs nochmals gesondert vorzustellen, würde doch nur bedeuten, Eulen containerschiffweise nach Athen zu bringen .....
LF lösten sich zwar nie offiziell auf, sondern man ging erst einmal getrennte Wege. Jedes einzelne Mitglied war ja ein großartiger Songwriter und Sessionmusiker. So bereicherten Payne, Hayward, Barrere und die anderen so manches Album von Kollegen aus den 80ern. Diese jetzt alle zu nennen, würde den Rahmen eindeutig sprengen. Mitte der 80er begann es den Herren wieder unter den Fingernägeln zu kribbeln und, da mit Craig Fuller ein entsprechender Frontman gefunden war, reformierte man sich. Diese Geschichte ist im zweiten Teil dieser Biografie zu erzählen und ich verspreche auch hoch und heilig, den Namen Lowell George dann nicht mehr zu bemühen.
(Als Quellen dienten, neben den eigenen Erinnerungen, der enorme Wissenschatz von LF-Fan Christian Gerecht [München], von der ich dankenswerterweise profitieren durfte. Des weiteren waren mir die LITTLE FEAT website: www.littlefeat.com, die Lowell George-Tribute website www.dmci.com/lowell/lowell.html sowie die als Buch erschienene Lowell George Biographie "The Rock'n'Roll Doctor" sehr hilfreich)
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