Discographie (Soloalben):
1969 - Hand Sown...Home Grown
1970 - Silk Purse
1971 - Linda Ronstadt
1973 - Don't Cry Now
1974 - Heart Like A Wheel
1975 - Prisoner In Disguise
1976 - Hasten Down The Wind
1977 - Simple Dreams
1978 - Living In The U.S.A.
1980 - Mad Love
1982 - Get Closer
1983 - What's New
1984 - Lush Life
1986 - For Sentimental Reasons
1987 - Canciones de Mi Padre
1989 - Cry Like A Rainstorm/Howl Like The Wind
1990 - Mas Canciones
1992 - Frenesi
1994 - Winter Light
1995 - Feels Like Home
1996 - Dedicated To The One I Love
1998 - We Ran
2000 - A Merry Little Christmas
2004 - Hummin' To Myself
Quelle: www.allmusic.com
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Linda Maria Ronstadt wurde am 15. Juli 1946 in Tucson/Arizona als jüngstes Kind von Gilbert und Ruthmary Ronstadt geboren und mehr oder weniger von ihren älteren Geschwistern als Gesangstalent entdeckt, als diese wieder mal Hausmusik zelebrierten und die kleine Linda unvermittelt mitsang, was ihre Schwester Suzy zur Bemerkung veranlasste "I think we have a soprano now."
Auf der High School und in lokalen Radiosendern machte Linda mit Bruder Michael und Schester Suzy unter dem Namen "The Three Ronstadts" und später dann als "The New Union Ramblers" von sich reden.
Mit 30 Dollar im Gepäck machte sich die 17jährige Linda auf den Weg von Arizona in das nicht gerade nahegelegene Los Angeles, wo sie 1966 mit Bobby Kimmel, ihrem alten Schulfreund aus Tucson und dem Gitarristen Kenny Edwards THE STONE PONEYS gründete. Die Band veröffentlichte drei Alben, zerbrach aber nach kurzer Zeit an schweren Streitigkeiten. Ihren größten Erfolg hatten die STONE PONEYS mit Different Drum (1968), die Single erreichte #13 in den amerikanischen Billboard Single Charts.
Auch nach dem Auseinanderbrechen der STONE PONEYS blieb Linda musikalisch sehr aktiv und war bis zur Veröffentlichung des Albums "Hand Sown...Home Grown" im Jahre 1969 in der Los Angeles Folkrock Bewegung als Gastsängerin sehr gefragt.
Ronstadt arbeitete in der Folgezeit hart an sich und hielt Ausschau nach wirklich guten Musikern, um ihr nächstes Album einspielen zu können. Die legendäre Countryrock-Formation NITTY GRITTY DIRT BAND hatte sich in diesen Tagen erstmals aufgelöst und so standen Chris Darrow, Jeff Hanna, John London und John Ware mit den gerade ins Leben gerufenen CORVETTES zur Verfügung.
Linda Ronstadt engagierte die CORVETTES und man nannte sich fortan "Linda & her Corvettes." Nach einigen Monaten jedoch formierte sich die NITTY GRITTY DIRT BAND neu und Jeff Hanna verliess die CORVETTES. Für ihn kam Bernie Leadon in die Band, der zuvor DILLARD & CLARK verlassen hatte. Leadon allerdings wechselte kurze Zeit später zu den FLYING BURRITO BROTHERS.
Ende 1969 ging Linda in die Countrymetropole Nashville/Tennessee, um ihr zweites Album "Silk Purse" einzuspielen. Bei den Aufnahmen war auch der gefragte Countrymusiker Gib Guilbeau zugegen. Gib Gilbeau's neue Band SWAMPWATER, die mit der folkloristischen Diktion Louisianas musizierte, war bereit, mit Linda auf Tour zu gehen.
Adäquat begleitet, transportierte Linda Ronstadt mit einer kräftigen, bluesgefärbten Stimme Countryfeeling in die Rockwelt. "Sie vermittelt die Stimmung dieser Musik, ohne sich vollständig mit ihr zu identifizieren" (Rolling Stone Magazine).
1971 trennten sich die Wege von Linda und SWAMPWATER, denn die Band wollte nicht mehr länger nur Begleitband sein, sondern die eigene Karriere voranbringen. Im gleichen Jahr noch engagierte Ronstadt Glenn Frey, Don Henley, Randy Meisner und Bernie Leadon für ihre Backing Band und hob somit die EAGLES aus der Taufe. Mit dieser Besetzung spielte sie dann ihr nächstes Soloalbum ein, das schlicht und einfach mit "Linda Ronstadt" betitelt wurde.
In diesen Tagen war John Boylan noch der ausführende Produzent und der kommerzielle Durchbruch wollte nicht gelingen. 1973 übernahm Peter Asher vom britischen Duo Peter & Gordon die Produzentenregie. Zusammen mit John David Souther und John Boylan produzierte er Lindas 73er Album "Don't Cry Now". Dieses Album erreichte #45 in den amerikanischen Billboard Album Charts und verblieb dort insgesamt 56 Wochen. Die Rockwelt horchte auf und Linda kam ihrem Ziel, der internationalen Anerkennung, immer näher.
Mit dem Album "Heart Like A Wheel" folgte 1974 der Durchbruch und Linda katapultierte sich an die absolute Weltspitze. Unterstützt von ihrem Produzenten Peter Asher machte sie aus ihrer Vielseitigkeit (einer Todsünde im US-Show Business) ein Erfolgsrezept. Sie holte sich Sangesschwestern wie Karla Bonoff, Maria Muldaur, Dolly Parton, Emmylou Harris, Wendy Waldman ins Studio und nahm deren Kompositionen auf.
Zwischen 1973 und 1978 stieg sie zur größten und besten Rock- u. Country-Rocksängerin auf. Die Qualität ihrer Band, ihre außergewöhnliche Stimme, diese Tiefe und Schwere in ihrem Sound, der phantastische Close-Harmony Gesang brachten ihr sagenhafte Erfolge in künstlerischer und kommerzieller Hinsicht.
"Heart Like A Wheel" gilt unter Experten als eines der Kronjuwelen des Country-Rock.
Im Kreis der sogenannten Westcoast-Music-Mafia (Eagles, Jackson Browne, James Taylor, J.D. Souther) wuchs Linda Ronstadt zur begehrtesten Rocksängerin der USA heran. Ihre ersten 6 Solo-Alben verkauften sich weltweit in einer Stückzahl von 22 Millionen Einheiten bis Ende 1978. Bis heute bekam Linda 10 Grammy Awards und erreichte bei über 200 internationalen Chartnotierungen Verkaufszahlen von weltweit über 60 Millionen Alben und insgesamt ca. 80 Millionen Tonträgern.
Sie war, so die britische "Encyclopedia of Rock" (1987), "a new, hip easy listening superstar" und erhielt zahlreiche Titelstorys, darunter im Rolling Stone und im berühmten Time Magazine, welches über Linda schrieb: "Sie singt, lieber Gott, in vielen Stilen: Country, Rhythm & Blues, Rock, Reggae, gefühlvolle Balladen, verknüpft durch eine seltene und anrührende Stimme mit einem Hauch von Verlorenheit und der Andeutung von vielerlei Möglichkeiten". Linda kommentierte dies leicht ironisch mit ihrem berühmten Statement: "We need a whole lot more of Jesus and a lot less Rock and Roll" (Wir brauchen viel mehr von Jesus und viel weniger Rock'n'Roll). Schlagzeilen machte damals auch Lindas Absage an das Männermagazin Playboy, der Linda 1978 eine Million Dollar für Nacktaufnahmen anbot. Linda lehnte so etwas kategorisch ab, da sie als 17jährige ihrem Vater fest versprochen hatte, niemals Nacktaufnahmen von sich machen zu lassen.
Die Klatschpresse verfolgte Linda damals auf Schritt und Tritt und einige Reporter und Fotografen mussten feststellen, dass Linda ziemlich rabiat werden konnte, wenn man sich zu sehr in ihr Privatleben einmischte, was der jungen Linda Ronstadt den Ruf einbrachte, ein loses Mundwerk zu haben. Die Presse leicht provozierend, sagte sie damals öffentlich: "Ich wünschte, ich hätte soviele Männer im Bett gehabt, wie man mir nachsagt".
Mittelpunkt war Linda Ronstadt unzweifelhaft auch im Musikfilm "FM", der 1978 zu den erfolgreichsten Filmen zählte und der unter dem Motto "We never come down to earth" auch als platinveredelter Soundtrack erschien. Linda ist auf diesem Album mit zwei Live-Mitschnitten von Poor Poor Pitiful Me und Tumbling Dice zu hören.
In den 80er Jahren wechselte Linda die Fächer nach Belieben. Mit dem großen, inzwischen verstorbenen Orchesterchef Nelson Riddle veröffentlichte sie eine Trilogie amerikanischer Standards der 30er und 40er Jahre, die trotz des völlig unkommerziellen Sounds Multimillionenerfolge wurden und 2 Grammys einfuhren. Die Zusammenarbeit Ronstadt/Riddle darf als Präzedenzfall aller späteren Neo-Jazzvokalisten betrachtet werden, die eigentlich aus dem Pop kamen: Von Natalie Cole und Harry Connick Jr. über Rod Stewart und Robbie Williams bis hin zu k.d. lang und Sheryl Crow.
"Nelson Riddle gefiel die Tatsache, dass seine Musik ein Comeback durch eine Rocksängerin erlebte", vertraute Linda Ronstadt 1998 der australischen Journalistin Debbie Krüger an. "In den 60er Jahren hatte Rock die Musik von Frank Sinatra und Nelson Riddle auf geradezu brutale Weise verdrängt. Es war eine Genugtuung für ihn, dass sie ausgerechnet durch mich aus den Fahrstühlen gerettet wurde".
Ronstadt ihrerseits ließ allerdings keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie sich in keinster Weise als Jazzsängerin verstehe, sondern als Balladensängerin. Dass sie es liebte, "ein Bad in den Noten zu nehmen".
Mit Startenor Placido Domingo feierte Linda Triumphe als Opernstar in Giacomo Puccinis Oper "La Bohéme", in der Linda in der Rolle der Mimi glänzte. Die Rolle der Piratenbraut Mabel im Musical "The Pirates of Penzance", an der Seite von Superstar Kevin Kline, brachte ihr sogar eine Golden Globe Nominierung als beste Schauspielerin ein.
1986 folgte eine Oscar Nominierung für Somewhere out there (Duett mit James Ingram), dem Soundtrack zum Steven Spielberg Welterfolg "Feivel, der Mauswanderer/An American Tail".
Mit Emmylou Harris & Dolly Parton nahm Linda 1987 das erste "Trio" Album mit vorwiegend akustischer traditioneller Countrymusik auf. Auch dieses Album wurde ein Multimillionenseller in Country- und Pop-Charts, und räumte alle Awards ab, die man eigentlich überhaupt gewinnen kann.
Ihren mexikanischen Wurzeln wurde Linda gerecht und machte sich mit dem mexikanischen Starproduzenten Ruben Fuentes ans Werk, um die Sammlung mexikanischer Volkslieder "Canciones de mi Padre" einzuspielen, die Linda zu Ehren ihres Vaters, Gilbert Ronstadt mit den Mariachi Vargas de Tecalitlán von Ruben Fuentes einspielte.
1989 veröffentlichte Linda das in den Skywalker Studios von George Lucas aufgenommene, phänomenale Westcoast Album "Cry Like A Rainstorm/Howl Like The Wind". "Cry Like A Rainstorm" bekam 3 Grammy Award Auszeichnungen und erzielte alleine in den USA 3-fach-Platin. Die ausgekoppelten Duette mit Aaron Neville, Don't Know Much und All My Life wurden zu Welterfolgen.
Durch ihre großen Erfolge in Rock/Pop, Oper, Musical, Latin, Big Band Jazz und Traditional Country gehört Linda Ronstadt zu den vielseitigsten Sängerinnen und den größten Stimmen in der Musikhistorie. Nach 30 Jahren an der US-Westküste (L.A./San Franzisco) ging Linda 1996 zurück in ihre Heimat Tucson/Arizona. Sie erkrankte zudem an einer seltenen Form einer Schilddrüsenerkrankung, von der sie nie ganz geheilt wurde.
Linda, die nie geheiratet hat und kinderlos blieb, adoptierte Mitte der 90er Jahre zwei Kinder (ein Junge, ein Mädchen) und lebte seitdem einige Jahre sehr zurückgezogen. Ihren letzten Grammy Award erhielt Linda im Jahre 2000 für ihre zweite "Trio" Zusammenarbeit mit Dolly Parton und Emmylou Harris.
Mit Dennis James produzierte Linda Ronstadt 2001 das Album "Cristal: Glass Music Through The Ages", das mit der "Glass-Armonica" eingespielt wurde, einem Glasintrument aus dem 18. Jahrhundert, wobei sie zwei Stücke in klassischer Musik auf italienisch und französisch beisteuerte.
Ebenfalls in französischer Sprache hörte man Linda 2002 auf dem Cajun Music Album "Evangeline Made - A Tribute To Cajun Music". Danach sang sie Duette mit Emmylou Harris, Aaron Neville und Bette Midler und wirkte neben Johnny Cash, James Taylor und Emmylou Harris beim LOUVIN BROTHERS Tribute Album "Livin', Lovin', Losin'" mit.
Beachtlich sind ihre letzten Erfolge mit "Western Wall/The Tucson Sessions", einem Duett-Album mit ihrer Singing Sister Emmylou Harris, das in den Billboard Country Album Charts mit #7 seine höchste Platzierung erreichte und mit ihrem "Very Best Of", das in den USA immerhin #19 erreichte und in Australien sogar auf #5 landete, ganz ohne Promotiontour.
Seit Anfang 2004 ist Linda Ronstadt wieder ausserordentlich aktiv, gab in den USA viele Konzerte und mischte sich gehörig in den US-Wahlkampf ein und unterstützte zusammen mit Carole King, Don Henley & Michael Moore den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry lange vor der Kampagne "Rock the Vote".
Unlängst unterschrieb sie einen Vertrag über zwei Alben mit dem führenden amerikanischen Jazzlabel Verve Records. Gerade ist ihre neue CD "Hummin' To Myself" erschienen. Produziert wurde sie von John Boylan und Lindas langjährigem Freund und Mentor George Massenburg. Ein neues Jazzalbum von Linda Ronstadt, das sich aber von den LPs mit Nelson Riddle in der Instrumentierung abhebt, nicht so orchestral wie diese ist. Ihren Hang zum Broadway-Material der 30er und 40er hat Linda Ronstadt jedoch auch auf diesem Album ausgelebt.
"Man muß nicht originell sein. Es reicht, authentisch zu sein". Authentisch ist Linda Ronstadt in ihrer gesamten einzigartigen Karriere geblieben, egal ob mit Folk, Countrymusic, Rock, Broadway, Jazz, New Wave oder mexikanischen Canciones. Sie konnte das alles, weil sie das Talent und den Stimmumfang dazu hatte und weil sie sich immer ausschließlich als Interpretin verstanden hat.
"Seit den 70er Jahren gibt es diesen Anspruch, ein Singer/Songwriter sein zu müssen, aber das war nicht immer so", erklärte sie. "Nehmen wir die 50er, Ella Fitzgerald. Hat sie jemals ein Journalist gefragt, warum sie nicht eigene Songs schreibt?" An Ella Fitzgerald hat Linda Ronstadt immer bewundert, dass sie in ihren Interpretationen an der Melodie bleibt, ohne daran zu kleben. "Sie etablierte immer zunächst, was der Komponist wollte, bevor sie davon abhob, sie respektierte die Songs und das ist schön, weil diese Songs einfach sehr, sehr gut geschrieben sind."
Durch ihre gesamte Karriere hindurch hat sich Linda Ronstadt "in ein traditionelles Genre versetzt und versucht, so vollständig wie nur möglich zu erfüllen, was dieses Genre fordert".
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