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Martin Gallop - 19 KB
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Musikalische Klasse, d.h. gute Songs zu schreiben und sie auf Tonträger und erst recht auf der Bühne in professioneller und spannender Manier umzusetzen, reicht leider heutzutage kaum noch aus, um den Bekanntheits- bzw. Beliebtheitsgrad einer Rock-Band zu etablieren.
Aus diesem Grund war es für die vier Herren der Band GALLOP eine geradezu einmalige und willkommene Gelegenheit, das Angebot der Hannoveraner Band FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE ohne großes Kalkül anzunehmen.
Auf einem Festival im eher ländlichen Aurich lernten sich die Musiker der beiden Combos kennen und schätzen, so dass die gemeinsame, knapp dreiwöchige Color-Fury-Tour mit GALLOP als sogenanntem "supporting-act" Anfang November beginnen konnte.
Zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort, den richtigen Mann getroffen zu haben, wurde somit für Martin GALLOP und seine Mitstreiter zu mehr als nur einem geflügeltem Wort.

Der zweite Teil der groß angelegten Fury-Tour (part one fand im Frühjahr statt) bereiste nun größtenteils Städte mit eher provinziellem Anstrich, so dass in kleinen bis mittelgroßen Hallen gespielt wurde. Einzig die Gruga-Halle in Essen wurde zum Tourabschluss die Ausnahme des Regelfalls.
Laut Martin Gallop, der mir freundlicherweise Rede und Antwort stand, rockte man fast durchweg vor ausverkauftem Haus. Zuschauerzahlen zwischen 800 und 2500 sprechen wohl eine deutliche Sprache.
Da GALLOP sich im Normalfall mit 100 - 200 Gästen begnügen müssen, führten diese Publikumsmengen natürlich von vornherein zu euphorischen Glücksgefühlen. Martin berichtet von einer extrem wohlwollenden Freundlichkeit des Fury-Publikums. Rauschender Beifall schon nach den ersten Songs und einige Male sogar Zugaben, was für eine sogenannte "Vorgruppe" natürlich nicht selbstverständlich ist. Zahllose Gästebucheinträge auf der bandeigenen HP zeugen von wahrer Begeisterung. Auch der CD-Verkauf im Anschluss übertraf die vormals gestellten Schätzungen der Band.

Die einerseits sehr gekonnte und dennoch sympathische Performance der Gallop-Band durfte ich Ende September im Duisburger PARKHAUS selbst erleben und kann somit durchaus die Publikumsreaktionen nachempfinden.
Erstaunlich wirkt allerdings die Tatsache, dass GALLOP den allergrößten Teil der Tour nur als Trio absolvierten. Der eigentlich zum festen Line-Up gehörende Keyboarder durfte, wohl aus logistischen Überlegungen heraus, nicht an diesem Erlebnis teilnehmen, so dass die Musiker gezwungen waren, ihr Quartett-Konzept umzugestalten. Dies wird von Martin als sehr lehrreiche und spannende Herausforderung beschrieben.
Die ausnahmslos respektvolle Akzeptanz der Fury-Belegschaft gegenüber GALLOP, spiegelte sich in einer sicheren und entspannten Bühnenpräsenz wider. Bühnensound, Licht und die aufopferungsvolle Arbeit der Technik-Crew entlocken Martin wahre Lobeshymnen. Sven Geiger, der Mann am Mixer, der mit etablierten Größen wie BAP, SCORPIONS und STOPPOK zusammengearbeitet hat, wird hier noch gesondert als Meister seines Fachs erwähnt. Martin berichtet, nicht ohne Stolz, diesen Könner auch für zukünftige Projekte heranziehen zu dürfen. Eine mögliche Zusammenarbeit für zukünftige musikalische Projekte wurde einvernehmlich von beiden Lagern avisiert. Man darf gespannt sein.
Erste Früchte trägt die neue Freundschaft bereits am 11.12.02, wenn FURY und GALLOP gemeinsam bei der Ray Cokes-Show "Music Planet Tonite", die bei ARTE ausgestrahlt wird, einen hoffentlich begeisternden Fernsehauftritt abliefern werden.
Bis dahin sei dem interessiertem Publikum das wirklich ansprechende Erstlingswerk GALLOPS "How much is the world" empfohlen, welches mein geschätzter HoR-Kollege Ulli Heiser im März diesen Jahres schon mit dem treffendem Fazit adelte: "GALLOP könnte das tägliche Radio-Hören wieder erträglicher machen."

Doch diejenigen unter euch, die den Dornröschenschlaf der Radiolandschaft nicht abwarten wollen und womöglich noch nach einem passenden musikalischen Weihnachtsgeschenk suchen, werden mit der GALLOP-CD sicherlich einen Überraschungs-Hit landen.
Und mal ganz ehrlich, wer will sich schon zu Weihnachten die neue Scheiben von Phil Collins, Marius oder Eric Clapton schenken lassen.
Also, hört nur dieses eine Mal auf euren HoR-Schreiberling...
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